
„Dieser Vorwurf ist absurd“, erklärte der GfbV- Afrikareferent Ulrich Delius, „aber natürlich stören die Recherchen von Dr. Wykes die Regierung Angolas.“ Die Menschenrechtlerin sei kurz vor einem Treffen mit Vertretern lokaler Nichtregierungsorganisationen festgenommen worden, die sie über die Menschenrechtslage und die ökologische Zerstörung durch die Ölförderung informieren wollten.
Mehr als die Hälfte der 1,4 Millionen Barrel Öl, die täglich in Angola gefördert werden, werden nach Angaben der GfbV in Cabinda erwirtschaftet. Der Erdölexport sei für die Wirtschaft des südwestafrikanischen Landes von besonderer Bedeutung. Damit erwirtschafte Angola rund 90 Prozent aller seiner Exporterlöse.
In der ehemaligen portugiesischen Kolonie Cabinda leben 250.000 Menschen, in ihrer überwiegenden Mehrheit katholische Christen. Die Bevölkerung habe sich niemals mit der angolanischen Herrschaft abgefunden, sondern fordere seit der Unabhängigkeit Angolas 1975 die Gründung eines eigenständigen Staates Cabinda, so die GfbV. Bewaffnete Gruppen leisteten seit mehr als 30 Jahren Widerstand gegen Angolas Sicherheitskräfte, die mit willkürlichen Verhaftungen, Vergewaltigungen, Folter und Einschüchterung die Zivilbevölkerung terrorisiere.
„Global Witness“ recherchiert seit Jahren die Folgen der Ölförderung in Angola und hat immer wieder eine größere Transparenz der angolanischen Ölwirtschaft gefordert, die die Organisation für notorisch korrupt hält.




