
„Europa darf seine Untätigkeit nicht länger verschleiern, sondern muss jetzt endlich ernsthaft ein Zeichen setzen. Denn der Völkermord in Darfur geht weiter, dort werden Woche für Woche Menschen entwurzelt und immer weniger Notleidende können mit Hilfsgütern versorgt werden. Das darf uns nicht gleichgültig sein“, begründete die GfbV ihre Menschenrechtsaktion. Vier Jahre lang habe die sudanesische Staatsführung ungehindert systematisch humanitäres Völkerrecht und grundlegende internationale Menschenrechtskonventionen verletzt. Es gebe zwar konkrete Vorschläge für Sanktionen gegen die sudanesische Regierung, doch gehandelt habe die internationale Staatengemeinschaft nicht. Nur gegen vier Personen, unter ihnen zwei Rebellenführer, seien von der UN Sanktionen verhängt worden.
Für die zunehmende Gewalt sei vor allem die sudanesische Regierung verantwortlich, hätten Beobachter der Afrikanischen Union (AU) mehrfach festgestellt. Daher müsse die EU nun mit gezielten Sanktionen wie Reiserestriktionen und das Einfrierung von Bankkonten gegen die Verantwortlichen dieses Regimes und des Genozids vorgehen, forderte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius.
Die Lage der Zivilbevölkerung in Darfur sei heute schlimmer als je zuvor, so die GfbV. Die humanitäre Hilfe für drei Millionen Menschen drohe eingestellt zu werden, da immer häufiger Helfer angegriffen und in ihrer Arbeit behindert würden. Bis zu 400.000 Menschen sind dem Völkermord seit 2003 zum Opfer gefallen. Mehr als 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben.




