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Verhandlungen über ein UN-Abkommen zu Plastikmüll

Verteilung des Plastikmülls in den Ozeanen. Grafik: GEOMAR

In Genf beginnen heute (5. August 2025) Verhandlungen für ein globales Plastikmüll-Abkommen. Es soll die schwindelerregende und weiter anwachsende Menge an Plastikabfällen und seine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, das Leben im Meer und die Fischerei bekämpfen. Ohne eine solche Übereinkunft wird sich der Plastikmüll bis 2060 verdreifachen, prognostiziert das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP).

Verhandelt wird im Rahmen der sperrigen Bezeichnung „Intergovernmental Negotiating Committee to develop an international legally binding instrument on plastic pollution, including in the marine environment„. 10 Tage lang, bis 14. August, treffen Delegationen aus 179 Ländern aufeinander. Mehr als 1.900 weitere Teilnehmer werden erwartet, darunter 618 Beobachter-Organisationen, Wissenschaftler, Umweltschützer und Lobbyisten.

Die von UNEP geleiteten Gespräche gehen auf eine Entscheidung der Mitgliedstaaten im Jahr 2022 zurück. Innerhalb von zwei Jahren sollte ein international rechtsverbindliches Instrument zur Beendigung der Plastikverschmutzung erreicht werden, lautete der damalige Beschluss. Bereits 1989 war in Basel ein „Übereinkommen über die Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung“ geschlossen worden. Mit der Basler Konvention wurden erstmals weltweit geltende Regelungen über Zulässigkeit und Kontrolle von Exporten gefährlicher Abfälle getroffen.

Das Ausmaß des Problems ist immens: Strohhalme, Plastikgeschirr, Tragetaschen, Kosmetika und viele weitere Produkte, die im Alltag verwendet werden, enthalten winzige Plastikanteile. Bislang wird nur ein Bruchteil des anfallenden Plastikmülls in Einwegprodukten recycelt. Der Rest landet in Deponien oder in unseren Ozeanen. Bisher sind mehr als 100 Millionen Tonnen Plastikmüll ins Meer gelangt, wo die Plastikabfälle inzwischen riesige Strudel bilden. Viele der zur Kunststoffherstellung verwendeten Zusätze sind nachweislich gesundheitsschädlich. Manche Bestandteile sind hormonell wirksam und werden über die Haut, durch Einatmen oder über die menschliche Nahrung aufgenommen.

Plastik wird in riesigen Mengen gehandelt. Deutschland gehört zu den wichtigsten Exporteuren; ein Großteil der Plastikabfälle landet in ärmeren Ländern Afrikas und Südostasiens. Im Jahr 2022 wurden rund 745.100 Tonnen Kunststoffabfälle ausgeführt. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) wurde die Menge der exportierten Kunststoffabfälle in den letzten zehn Jahren aber mehr als halbiert. Ein Grund dafür sind Einfuhrbeschränkungen einiger asiatischer Länder für Plastikmüll. 2012 waren noch gut 1,5 Millionen Tonnen aus Deutschland exportiert worden.

Befürworter eines Plastikmüll-Abkommens haben dessen Bedeutung mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 verglichen. Die Gegner sind vor allem erdölproduzierende Länder und die Rohöl- und Erdgasindustrie, die die Rohstoffe für die Kunststoffproduktion liefern.

Mit einem Abkommen ist es jedoch nicht getan. Letztlich hilft nur der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, die das weitere Anwachsen der riesigen Abfallberge verhindert.

«We will not recycle our way out of the plastic pollution crisis: we need a systemic transformation to achieve the transition to a circular economy», erklärte UNEP-Exekutivdirektor Inger Andersen.

Grafik: GEOMAR

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