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Schutzgebiet statt Bohrinsel: Ölabbau im Amazonas stoppen

Presidente Lula posa 2009 para foto com funcionários da Petrobras. Via Wikimedia Commons

Pará/Aachen. – Während sich Brasilien auf die 30. UN-Klimakonferenz (COP 30) vorbereitet, werden gleichzeitig Pläne für neue Ölbohrungen in den Gewässern des Amazonas vorangetrieben – mitten in einem der artenreichsten Gebiete der Erde und nahe indigener Territorien. Misereor fordert anlässlich des Tags der Indigenen Völker am 9. August: Der Ausbau der Öl- und Gasförderung im Amazonasgebiet muss gestoppt werden – zum Schutz der indigenen Bevölkerung, der Umwelt und des Klimas.

„Die Rechte indigener Völker müssen bei allen Klimaverhandlungen verbindlich geschützt und gestärkt werden – unser Mitspracherecht auf der COP30 darf keine symbolische Geste bleiben“, fordert die indigene Misereor-Partnerin Alessandra Korap Munduruku. In Brasilien leben rund 1,7 Millionen Indigene – viele von ihnen im Amazonasbecken. Großprojekte, Agrarindustrie und Bergbau verdrängen sie zunehmend aus ihren angestammten Gebieten. Korap Munduruku betont: „Es darf nicht sein, dass Brasilien sich international als Gastgeber einer Klimakonferenz präsentiert und gleichzeitig wirtschaftliche Interessen auf Kosten indigener Gemeinschaften und des Regenwaldes bedient.“

Widerspruch zum Klimaschutz

Hintergrund ist die umstrittene Genehmigung für den staatlichen Ölkonzern Petrobrás, in den Gewässern vor dem Bundesstaat Amapá nach Öl zu suchen. Brasiliens Umweltbehörde IBAMA prüft nach der ersten Ablehnung erneut einen Antrag des Staatskonzerns. Parallel vergibt die brasilianische Regierung 172 Lizenzen zur Öl- und Gassuche. Medien berichten über mögliche Einnahmen in Milliardenhöhe für den Bundestaat – einer der ärmsten des Landes. Fossile Projekte wecken immer noch Hoffnung auf Entwicklung, dabei gehen sie meist auf Kosten von Umwelt und Menschenrechten.

Mehr Mitspracherecht für Indigene

Gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in Brasilien setzt sich Misereor für einen Stopp der fossilen Expansion im Amazonasgebiet ein. Misereor-Klimaexpertin Madeleine Wörner erklärt: „Das brasilianische Amazonasgebiet ist von zentraler Bedeutung für den Schutz des Regenwaldes und das globale Klima. Die dortigen Entscheidungen haben weltweite Auswirkungen.“ Deshalb sieht Wörner in der anstehenden Weltklimakonferenz eine wichtige Chance: „Die COP 30 kann ein Wendepunkt werden – wenn den Stimmen der Indigenen wirklich zugehört wird.“

Misereor fördert aktuell rund 170 Projekte in Brasilien mit etwa 10 Millionen Euro. Seit Jahrzehnten unterstützt Misereor indigene Organisationen bei Landrechten, Rechtsschutz und dem Kampf gegen Umweltverbrechen wie illegale Abholzung und Flussverseuchung. Zur COP 30 ist Misereor gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partner*innen in Belém präsent.

Foto: Presidente Lula posa 2009 para foto com funcionários da Petrobras na Unidade de Propeno da Refinaria do Replan, em Paulínia. Licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Brazil license.

Quelle: misereor.de

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