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Thailand: Bezahlbare Aids-Medikamente gefordert

Dif?mStuttgart/Tübingen (epo.de). – „Brot für die Welt“ und das Deutsche Institut für Ärztliche Mission (Difäm) haben sich für bezahlbare Aids-Medikamente in Thailand eingesetzt. In einem offenen Brief appellierten sie an das US-amerikanische Pharma-Unternehmen Abbott, weiterhin neue Medikamente zur Aids-Bekämpfung in Thailand zu registrieren und damit für den thailändischen Markt zur Verfügung zu stellen.

„Wir möchten Sie dringlichst darum bitten, den Menschenrechten Vorrang gegenüber der Geschäftspolitik einzuräumen“, heißt es in dem offenen Brief der beiden Hilfswerke an die Geschäftsführung der deutschen Niederlassung in Wiesbaden. Thailand hatte gegen Abbott und andere Pharma-Unternehmen eine Zwangslizenz verhängt, um Medikamente billiger herstellen und einsetzen zu können. Abbott hatte daraufhin angekündigt, keine neuen Medikamente mehr in dem Land registrieren zu lassen.

In ihrem Schreiben erinnern „Brot für die Welt“ und das Difäm daran, dass Zwangslizenzen im Welthandelsrecht vorgesehen sind, um das Menschenrecht auf Gesundheit mit dem Recht auf den Schutz geistigen Eigentums in Einklang zu bringen. Die thailändische Regierung habe mit ihrem Schritt in legitimem öffentlichem Interesse gehandelt.

In Thailand werden derzeit rund 100.000 HIV-Infizierte mit anti-retroviralen Medikamenten behandelt. Die Zahl derer, die aufgrund von Resistenzen gegen diese Mittel teurere Präparate der zweiten Generation benötigen, steigt ständig an. Abbott stellt nach Angaben von „Brot für die Welt“ und Difäm ein wichtiges dieser Ausweichpräparate her. In den am wenigsten entwickelten Ländern werde es für 500 US-Dollar pro Patient und Jahr verkauft, in Thailand hingegen koste es mehr als das Vierfache.

Rund 80 Prozent der Bevölkerung könnten sich das Präparat nicht leisten, so „Brot für die Welt“ und Difäm. Über eine Zwangslizenz könne ein weitaus günstigeres Nachahmerprodukt hergestellt und eingesetzt werden. Die günstigeren Medikamente kommen über Regierungsprogramme denjenigen zu gute, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage bisher keinen Zugang zu den Arzneimitteln hatten.

www.brot-fuer-die-welt.de
www.difaem.de

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