Berlin (epo.de). – Im Vorfeld des dritten Global Day for Darfur am 29. April haben Fairplanet und die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die gemeinsame Initiative RettetDarfur.de gestartet. Mit einer breit angelegten Informationskampagne wollen die beiden Organisationen über die Tragweite der seit vier Jahren andauernden Verbrechen im Westen des Sudan informieren und die Öffentlichkeit für die Thematik sensibilisieren.
Mit dem Onlineangebot www.RettetDarfur.de möchten Fairplanet und GfbV einen einfachen Zugang zu Informationen über die sudanesische Krisenprovinz Darfur und zu Petitionen zur Verfügung stellen. Der bewusst provokant formulierte Slogan der Kampagne, die sich an die breite Öffentlichkeit, die Politik, aber auch Medien richtet, ist „Völkermord. Bitte nicht stören!“. Bis heute habe sich die internationale Gemeinschaft nicht dazu entschließen können, dem Genozid in Darfur mit wirksamen Schritten entgegenzutreten, lautet die Begründung der GfbV.
Konzeptionell verzichten Fairplanet und die GfbV mit ihrer Kampagne bewusst darauf, das Leid der Betroffenen darzustellen. „Unser Ziel ist es, die Konsequenzen dieses Völkermordes assoziativ erfahrbar zu machen“, so Projektleiterin Ute Schechtel von Fairplanet. Mit www.RettetDarfur.de wollen Fairplanet und die GfbV nicht nur informieren, sondern vor allem dazu animieren, selber aktiv zu werden und Stellung zu beziehen.
Weitere Instrumente der Kampagne sind mehrere themenbezogene Videoclips des renommierten New Yorker Filmemachers Noaz Deshe sowie ‚Völkermord. Bitte nicht stören!‘-Türhänger, die das klassische Flugblatt ersetzen. Noaz Deshe hat sich der Thematik suggestiv genähert; in seinen künstlerisch anspruchsvollen Clips visualisiert er das Verschwinden von Menschen.
In Darfur lasse die sudanesische Regierung seit vier Jahren planmäßig und kontinuierlich große Teile der schwarzafrikanischen Bevölkerung von arabischen Reitermilizen vertreiben, so die GfbV. Fast die Hälfte der Dörfer im Westen des Sudan sei mittlerweile zerstört. Das sudanesische Regime Bashir setze Armee-Einheiten ein, die sich an den Einzeltötungen und Massakern der Milizen beteiligten. Augenzeugen berichteten, dass die Milizionäre bei ihren Überfällen regelmäßig von Soldaten unterstützt werden oder Schützenhilfe aus der Luft bekommen.
Nach Schätzungen der GfbV sind seit Beginn des Völkermords vor vier Jahren bis zu 400.000 Menschen in Darfur getötet worden, rund zwei Millionen wurden vertrieben. Drei Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe. Der Konflikt greift zunehmend auch auf den Tschad und die Zentralafrikanische Republik über.



