Berlin (epo.de). – Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im August 2004 haben die Behörden im Irak mehr als 270 Menschen zum Tode verurteilt und mindestens 100 Menschen hingerichtet. Wie die internationale Menschenrechts-organisaton amnesty international (ai) berichtete, wurden allein im Jahr 2006 mindestens 65 Menschen exekutiert. Damit zählte der Irak lau ai 2006 nach China, Iran und Pakistan zu den vier Ländern mit den weltweit meisten Hinrichtungen.
Wie ein jetzt veröffentlichter Bericht von amnesty international zeigt, kommen zahlreiche Todesurteile nach unfairen Prozessen zustande. Vorwürfen, die Geständnisse seien durch Folter erwirkt worden, gingen die Gerichte nicht nach, kritisierte ai. Teilweise würden sogar erzwungene Geständnisse zugrundegelegt, die vor der Verhandlung im nationalen Fernsehen ausgestrahlt wurden.
„Der Anstieg dieser schlimmsten Form grausamer und unmenschlicher Behandlung ist dramatisch; damit ist der Irak auf dem Weg zurück in die brutalen Zeiten der Vergangenheit“, sagte die ai-Irak-Expertin Ruth Jüttner. „Wir fordern die irakische Regierung auf, einen sofortigen Hinrichtungsstopp zu erlassen, verhängte Todesstrafen in Haftstrafen umzuwandeln und dafür zu sorgen, dass Gerichtsverfahren gemäß international gültiger Standards durchgeführt werden.“




