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Pressefreiheit: ROG fordert mehr Sicherheit für Journalisten

ROGBerlin/Paris (epo.de). – Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hat an Regierungen weltweit appelliert, sich verstärkt für Pressefreiheit und die Sicherheit von Journalisten einzusetzen. „82 getötete Journalisten in 2006 und 24 bereits in diesem Jahr – diese erschreckend hohen Zahlen zeigen, wie gefährlich unabhängige Berichterstattung in vielen Ländern der Welt ist“, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit am 3. Mai.

ROG zufolge laufen vor allem im Irak, aber auch auf den Philippinen, in Mexiko, Russland und Kolumbien kritische Journalisten Gefahr, ihre Recherchen mit dem Leben zu bezahlen. ROG fordert von allen Regierungen, sich aktiv für Pressefreiheit und freie Meinungsäußerung als Grundpfeiler jeder Demokratie einzusetzen, im eigenen Land und auch weltweit. „Dazu gehört es, für die Sicherheit von Berichterstattern zu sorgen und sich für eine lückenlose Aufklärung der Morde an Journalisten einzusetzen“, so Rediske. Zudem müsse die Bundesregierung bei einer engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit, beispielsweise mit China oder Russland, das Recht auf freie Meinungsäußerung einfordern.

Eine weitere Gefahr sieht ROG in der zunehmenden Zahl von entführten Journalisten. Allein 13 würden derzeit im Irak und in Gaza gewaltsam festgehalten, unter ihnen der britische BBC-Korrespondent Alan Johnston, der seit dem 12. März Geisel im Gaza-Streifen ist. Im vergangenen Jahr verzeichnete ROG 56 Kidnappings von Journalisten weltweit.

Auch in westlichen Demokratien müsse die Pressefreiheit  kontinuierlich verteidigt werden, so ROG. In Staaten der EU wie in den USA werde der Quellenschutz immer wieder missachtet, häufig mit dem Argument des Anti-Terror-Kampfes. Rediske: „Dass Journalisten ihren Informanten Anonymität garantieren können, ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Medien ihre Kontrollfunktion ausüben.“

ROG stellte am Donnerstag seine neueste Liste der „größten Feinde der Pressefreiheit“ vor. Zu ihnen zählt die Organisation Russlands Präsidenten Wladimir Putin, Tunesiens Staatschef Ben-Ali, Weißrusslands Präsidenten Alexander Lukaschenko, Kubas Staatschef Fidel Castro und seinen Vertreter Raul Castro, islamistische Gruppen im Irak und Afghanistan sowie Paramilitärs in Kolumbien.

Neu hinzugekommen zur Liste der „größten Feinde der Pressefreiheit“ sind in diesem Jahr die Präsidenten von Laos und Aserbaidschan sowie mexikanische Drogenkartelle, die für die Morde an mehreren Journalisten verantwortlich sind. Von der Liste gestrichen wurden u.a. der König Nepals und nepalesische Maoistenführer, nachdem der Bürgerkrieg dort im November 2006 beendet wurde.

www.reporter-ohne-grenzen.de

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