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IPC-Bericht bestätigt Hunger in Gaza-Stadt

Hungerndes Kind im Gazastreifen. Screenshot von X.com

Berlin. – Den Menschen In Gaza-Stadt droht der Hungertod. Dies hat jetzt die Integrated Food Security Phase Classification (IPC) bestätigt. Die IPC ist eine von der Welternährungsorganisation FAO entwickelte Skala zur Messung der Ernährungssicherheit weltweit. Unterdessen gehen die Angriffe des israelischen Militärs auf Gaza-Stadt weiter, es droht die vollständige Besetzung der Stadt. Auch für humanitäres Personal wird es immer schwieriger Hilfe zu leisten, berichten Hilfsorganisationen. Denn auch die Helferinnen und Helfer leiden Hunger.

Vor dem Angriff auf Gaza-Stadt wird mit dem jetzt veröffentlichten IPC-Ernährungsbericht zu Gaza die dramatische Lage der zivilen Bevölkerung noch klarer, so CARE: Die Zahl der Kinder unter fünf Jahren, die aufgrund akuter Unterernährung vom Tod bedroht sind, hat sich demnach seit Mai verdoppelt. Fast 55.500 unterernährte schwangere und stillende Frauen benötigten dringend Hilfe. Die für den Verwaltungsbezirk Gaza bestätigte Hungersnot (IPC-Phase 5) wird sich bis Ende September voraussichtlich auf die Bezirke Deir Al Balah und Khan Younis ausweiten. Es gebe jetzt keine Zeit mehr zu verlieren, warnt CARE:

„Die israelischen Behörden müssen die Belagerung des Gazastreifens beenden, die Angriffe auf Gaza-Stadt sofort einstellen, alle Landübergänge öffnen, um Hilfsgüter ins Land zu lassen, und humanitären Helfer:innen ermöglichen, ihre Arbeit sicher ausüben zu können.“ (…) „Die Menschen haben monatelang Hunger, Bombardierungen und Vertreibung überlebt, doch jetzt droht ihnen in Gaza das Verhungern. Die Blockade verhindert, dass Lebensmittel und Hilfsgüter die Bedürftigsten erreichen. Angesichts des bevorstehenden Angriffs auf Gaza-Stadt bleibt vielen nichts anderes übrig, als sich zu Fuß auf den gefährlichen Weg in den Süden Gazas zu machen, wo sie erneut in überfüllten Lagern ohne das Nötigste zum Überleben untergebracht werden“. – Jolien Veldwijk, Landesdirektorin von CARE Palästina.

Auch für humanitäres Personal wird es immer schwieriger, Hilfe zu leisten. Samah Wadi, Ernährungsexpertin im von CARE geführten Zentrum für primäre Gesundheitsversorgung in Deir Al-Balah, beschreibt die Lage:

„Wir alle hungern, auch wir verlieren die Kraft, die wir für unsere tägliche Arbeit brauchen. Hunger ist alles, woran wir denken können. Unterernährung wirkt sich nicht nur auf den Körper aus, sondern auch auf den Geist und die Seele. In unserer Klinik sehen wir Menschen, die glauben, dass Nahrungsergänzungsmittel Lebensmittel ersetzen können, und dann muss man ihnen erklären, dass diese eben nur eine Ergänzung sind. Sie suchen nach allem, was ihnen zum Überleben hilft, woran sie sich festhalten können, auch wenn es sie nur für ein paar Stunden rettet.“ 

„Wenn die Staats- und Regierungschef:innen der Welt nicht sofort umfassende Maßnahmen ergreifen, wird die Zahl der Palästinenser:innen, die an Hunger sterben, jeden Tag exponentiell steigen“, appelliert CARE an die Politik. „Niemand kann behaupten, nichts davon gewusst zu haben. Wir fordern die internationale Gemeinschaft dringend auf, endlich einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand, die Freilassung aller Geiseln sowie den uneingeschränkten, sicheren, ungehinderten, sofortigen und dauerhaften Zugang zu humanitärer Hilfe für alle Menschen in Not in Gaza zu gewährleisten“, so Jolien Veldwijk.  

Lisa Görgen, Co-Abteilungsleiterin Internationale Programme bei Save the Children Deutschland, erklärte:

„Die Hungersnot ist eine Folge politischen Handelns, sie wäre vermeidbar gewesen. Die anhaltende Blockade von Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff hat eine humanitäre Katastrophe ausgelöst. Die spärlichen Hilfslieferungen der vergangenen Tage zeigen: Die israelische Regierung könnte die Nahrungsmittelknappheit jederzeit beenden und die Ausbreitung der Hungersnot auf andere Teile des Gazastreifens verhindern. Sobald mehr Hilfe zugelassen wird, können unsere Teams mehr Leben retten. (…) Viele Folgen der Hungersnot sind jedoch irreversibel, insbesondere für Kinder. Der Tod und der Verlust, die körperlichen und seelischen Schäden werden ein Leben lang und sogar über Generationen hinweg zu spüren sein.“

Foto: Hungerndes Kind im Gazastreifen. Screenshot X.com by epo.de

Quelle: care.de | savethechildren.de

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