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Mehr als 200 Organisationen protestieren gegen Militarisierung

IPPNW Aufruf Nie wieder kriegstüchtig. Screenshot epo.de

Berlin. – Die Friedensorganisation IPPNW ruft im Bündnis mit mehr als 200 Oganisationen unter dem Motto „Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden!“ zu Demonstrationen gegen Hochrüstung und Krieg am 3. Oktober 2025 in Berlin und Stuttgart auf. Die Unterstützer*innen fordern von der Bundesregierung den Stopp des Hochrüstungskurses und stattdessen Abrüstung und Investitionen in Soziales, Klima und Entwicklung. Zur Kritik der IPPNW an der geplanten „Militarisierung der Gesellschaft“ gehört insbesondere die Unterordnung des Gesundheitswesens unter die Kriegstüchtigkeit.

Im Geiste der sogenannten „Zeitenwende“ solle das Gesundheitswesen auf kriegerische Auseinandersetzungen vorbereitet werden, so IPPNW und mehr als 200 weitere Organisationen. Deutschland solle Aufmarsch- und Durchzugsgebiet von NATO-Soldaten werden. Die Bundeswehr rechne mit bis zu 1.000 verletzten Soldat*innen täglich, über Jahre hinweg. Zudem werde in solchen Szenarien eine massive Flüchtlingswelle von verletzten Zivilisten erwartet. Dem stünden bundesweit fünf Bundeswehrkrankenhäuser mit insgesamt 1.800 Betten gegenüber – eine Kapazität, die in zwei Tagen erschöpft wäre.

Das zivile Gesundheitssystem müsste einen erheblichen Teil seiner räumlichen und personellen Ressourcen dem Militär zur Verfügung stellen. Sowohl Einrichtungen der stationären Krankenhausversorgung als auch ambulante Einrichtungen wie Praxen wären in die Versorgung von Militärs und Verwundeten maximal eingebunden. Das deutsche Gesundheitswesen wäre sowohl im Krieg als auch danach überfordert, stellt IPPNW fest.

Umkehr ethischer Prinzipien

Ein „Gesundheitssicherstellungsgesetz“ soll nach Angaben der Bundesregierung bis Ende des Jahres in einem ersten Entwurf vorliegen. Ziel ist laut IPPNW eine umfassende Vernetzung ziviler und militärischer Akteure. Für Gesundheitsfachkräfte drohe ein Rollenkonflikt, wenn sie in militärische Strukturen eingebunden werden. Triage im Krieg orientiere sich an der Aufrechterhaltung der Kriegsfähigkeit: Leicht verletzte Soldatinnen und Soldaten würden bevorzugt versorgt, um möglichst schnell wieder einsatzfähig zu sein. Die zivilen Patient*innen würden dabei nachrangig behandelt, was eine grundlegende Umkehr der ethischen Prinzipien der Medizin bedeutet.

Eine weitere Gefahr besteht aus Sicht der IPPNW darin, dass die Illusion erzeugt wird, in einem Atomkrieg sei medizinische Hilfe möglich. „Auch wenn Katastrophenübungen dies glauben machen sollen: Es gibt keine sinnvolle medizinische Vorbereitung auf einen Atomkrieg.“

„Die beste Medizin ist die Prävention von Kriegen, ob konventionell oder nuklear. Daher setzt sich die IPPNW entschieden gegen eine Militarisierung des Gesundheitswesens ein. Die einzige Möglichkeit, Leid und Tod durch Kriege zu verhindern, ist Friedenssicherung. Das Gesundheitswesen darf nicht der Logik und der Befehlsgewalt der Bundeswehr unterworfen werden. Die Aufgabe von Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und allen Beschäftigten des Gesundheitswesens bleibt die Versorgung der Patientinnen und Patienten – nicht die Unterstützung militärischer Planungen“, erklärte die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. 

=> Weitere Informationen: friedensdemo0310.org

Quelle: www.ippnw.de

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