Bonn/Jalalabad. – Bei dem schweren Erdbeben im Osten von Afghanistan in der Nacht auf Montag sind mehr als 800 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 2.000 wurden verletzt. Internationale Hilfskräfte stehen für Hilfsmaßnahmen vor Ort bereit. In den betroffenen Provinzen Kunar, Nangarhar, Laghman und Nuristan werden unzählige Menschen weiterhin vermisst. Auf das erste Erdbeben der Stärke 6,0 folgten zahlreiche schwere Nachbeben.
„Das Erdbeben trifft Afghanistan in einer ohnehin schon katastrophalen Lage“, sagte Help-Landesdirektor Shafi Shirzad. „Bereits jetzt ist die Hälfte der Bevölkerung, 22,9 Millionen Menschen, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Durch das Erdbeben haben Tausende ihre komplette Existenz verloren, die Zahl der Verletzten ist hoch, die Infrastruktur ist schwer beschädigt. Unsere lokalen Mitarbeitenden prüfen derzeit die Lage und welche Hilfe vor Ort am dringendsten benötigt wird. Jetzt zählt jede Minute.“
Laut Help erschweren die die Mittelkürzungen für humanitäre Hilfe die Finanzierung der Nothilfemaßnahmen. „Daher sind wir dringend auf Spenden angewiesen, um die Betroffenen im Erdbebengebiet ausreichend unterstützen zu können“, betonte Shirzad. „Wir appellieren an die internationale Gemeinschaft, jetzt schnellstmöglich finanzielle Mittel bereitzustellen, damit wir schnell Nothilfe leisten können. Ohne zusätzliche Mittel bleiben die Überlebenden in der Erdbebenregion sich selbst überlassen.“
Caritas hilft mit zunächst 80.000 Euro
Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, stellte am Montag Nothilfegelder in Höhe von 80.000 Euro bereit. Gemeinsam mit den afghanischen Partnern wird aktuell der Hilfebedarf ermittelt und nach Zugängen zu den Betroffenen gesucht. Nach aktuellen Angaben des Caritas-Partners Rural Rehabilitation Association for Afghanistan (RRAA) wurde bislang rund 800 Menschen ums Leben getötet und mehr als 2.000 verletzt. Die Zahlen steigen derzeit, je weiter die Rettungsarbeiten in der gebirgigen Region voranschreiten und das Lagebild sich verbessert.
Die Katastrophe hatte die Menschen im Schlaf überrascht. Besonders betroffen sind die Distrikte Chawki (Chawkay) und Nurgal, in denen ganze Dörfer zerstört wurden. Viele Familien haben ihr Zuhause verloren. Nach ersten Berichten plant die Katastrophenschutzbehörde die Errichtung eines Notlagers in Khas Kunar, um obdachlos gewordene Menschen mit Zelten, Lebensmitteln und Decken zu versorgen.
Der Zugang zu vielen betroffenen bergigen Gebieten ist erschwert: Straßen und Verbindungswege sind verschüttet. Um Verletzte zu bergen und Hilfsgüter zu transportieren, wurden fünf Hubschrauber aus der Provinz Nangarhar eingesetzt. Bislang leistet die lokale Bevölkerung erste Nothilfe: Es hätten sich zahlreiche junge Menschen aus den umliegenden Dörfern spontan den Rettungsaktionen angeschlossen, so Caritas International.
Quelle: help-ev.de | caritas-international.de






