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Indonesien: Proteste gegen Privilegien für Abgeordnete

Indonesiens Präsident Prabowo Subianto 2024. official portrait, public domain

Jakarta/Wuppertal. – Frustration über die schlechte Wirtschaftslage und Empörung über überhöhte Zulagen für Parlamentsabgeordnete haben seit dem 25. August zu massiven Protesten in Indonesien geführt. in mehreren Großstädten, darunter Jakarta, Makassar, Bandung, Surabaya und Medan, demonstrierten Bürgerinnen und Bürger. Besonders kritisiert wird ein monatliches Wohngeld in Höhe von rund 50 Millionen Rupiah (umgerechnet etwa 2.600 Euro), was fast dem Zehnfachen des Mindestlohns entspricht. Die Lage eskalierte, nachdem ein 21-jähriger Motorradtaxifahrer während einer Demonstration in Jakarta von einem gepanzerten Polizeifahrzeug tödlich erfasst wurde.

Wie die Vereinte Evangelische Mission (VEM) am Montag berichtete, kündigte Präsident Prabowo Subianto inzwischen die Streichung bestimmter Privilegien an, darunter Wohngeld und Auslandsreisen. Er wies Polizei und Militär gleichzeitig zu einem harten Vorgehen gegen Demonstrierende an.

Die VEM unterhält ein Regionalbüro in Indonesien. Pfarrer Dr. Andar Parlindungan, Generalsekretär der VEM, erklärte zu den aktuellen Ereignissen: „Wir trauern und beten für die Opfer auf beiden Seiten. Unser Gebet gilt der Stabilität des Landes, der Versöhnung und dem Frieden. Nur wenn die Unruhen, Plünderungen und Gewaltakte enden, kann ein Prozess der Heilung und des Wiederaufbaus beginnen.“

Thea Hummel, Leiterin der Advocacy-Abteilung der VEM, sagte: „„“Die Proteste richten sich nicht allein gegen Privilegien der Machthaber, sondern zeigen den Wunsch der Bevölkerung, gehört zu werden. Ungleichheit und Ungerechtigkeit dürfen nicht ignoriert werden. Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht und muss geschützt werden. Wir rufen politische, religiöse und wirtschaftliche Entscheidungsträger*innen auf, zuzuhören, Gerechtigkeit vor Privilegien zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.“

Parlindungan betonte, die VEM unterstütze ihre Mitgliedskirchen in Indonesien in ihrem Ruf nach Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung. Die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft müssten sich ihrer Fehler bewusst werden und bereit sein, Vergebung zu suchen. Nur so könne aus der Krise ein neuer Weg der Einheit und gemeinsamen Menschlichkeit entstehen.

Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) ist eine internationale und gleichberechtigte Gemeinschaft mit 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien, sechs Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

Präsident Subianto ist ein ehemaliger Generat der indonesischen Streitkräfte und Schwiegersohn des langjährigen Diktators Suharto. Ihm werden diverse Menschenrechtsverletzungen während der Suharto-Diktatur vorgeworfen, insbesondere bei der Aufstandsbekämpfung in Osttimor. Seine Armeeausbildung absolvierte er unter anderem in Fort Bragg und Fort Benning in den USA.

Foto: Indonesiens Präsident Prabowo Subianto; by Ministry of State Secretariat, Public domain, via Wikimedia Commons

Quelle: vemission.org

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