Berlin. – Im Westjordanland nimmt die Gewalt durch israelische Siedler immer mehr zu. Seit Anfang 2025 gab es mehr als 1.000 Angriffe in 230 Gemeinden, bei denen 11 Palästinenser getötet und mindestens 700 weitere verletzt wurden. Das hat jetzt die Aktion gegen den Hunger berichtet. Seit 2024 seien insgesamt 2.374 Vorfälle von Gewalt durch Siedler registriert worden.
In einem der jüngsten Fälle wurde ein Mitarbeiter von Aktion gegen den Hunger am 24. August von maskierten Siedlern schwer verletzt, als er mit seiner Familie sein Land im Gouvernement Hebron im Westjordanland bewirtschaftete. Er erlitt schwere Kopfverletzungen, die zu inneren Blutungen führten. „Das ist kein Einzelfall: Daten der Vereinten Nationen zeigen, dass die Gewalt durch Siedler seit 2023 sowohl in ihrer Häufigkeit als auch in ihrer Schwere stark zugenommen hat“, so die NGO.
Der Angriff wurde von sieben bewaffneten und maskierten Siedlern verübt und konnte erst gestoppt werden, als Nachbarn aus der Umgebung hinzukamen. „Bevor ich die Siedler überhaupt ansprechen konnte, begannen sie, uns mit Rohren anzugreifen. Ich konnte mich nicht verteidigen“, erinnert sich der Mitarbeiter von Aktion gegen den Hunger. „Es gibt eine Siedlung in der Nähe, die auf unser Land expandieren will“, erklärte er. „Leider kommt es häufig zu Konfrontationen mit Siedlern, doch bislang waren die meisten davon verbaler Natur. Dieses Mal war es anders.“
Seit über zwanzig Jahren ist Aktion gegen den Hunger in den besetzten palästinensischen Gebieten tätig. Die Organisation hat die wachsenden Herausforderungen miterlebt, denen palästinensische Gemeinden im Westjordanland gegenüberstehen. „Es wird von Tag zu Tag schlimmer“, sagte ein Mitarbeiter, der eng mit den von Aktion gegen den Hunger unterstützten Gemeinden im Westjordanland zusammenarbeitet. „Es gibt täglich zu viele Vorfälle, und jeder ist noch brutaler als der vorherige. An manchen Tagen können wir gar nicht mehr zählen, wie viele Vorfälle uns gemeldet werden.“ Seit Januar 2025 seien mindestens 926 Palästinenser aufgrund von Gewalt durch Siedler und Zugangsbeschränkungen zwangsweise vertrieben worden, so Aktion gegen den Hunger.
Foto: Die jüdische Siedlung „Ariel“, by Ori~, public domain, via Wikimedia Commons
Quelle: aktiongegendenhunger.de







