Am Dienstag haben die letzten verbliebenen Mitarbeiter bei der US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) ihre Arbeit beenden müssen. Der 2. September markiert das Ende der „letzten Mission“, wie Jeremy Lewin, der stellvertretende Administrator von USAID, es nannte: eine Abwicklungsphase, die am 28. März begonnen hatte. Tausende USAID-Angestellte hatten von der Trump-Regierung ein lapidare Mitteilung erhalten: „The need for your position no longer exists.“ Die Abwicklung hinterlässt nicht nur mehr als 10.000 arbeitslose Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zehntausende weitere Stellen waren von den USAID-Budgets für Auslandshilfe abhängig – und Millionen Menschen weltweit von den USAID-Programmen im Gesundheitssektor, in der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit.
Während ehemalige USAID-Mitarbeiter sich nach neuen Jobs umschauen müssen, fehlt an allen Ecken und Enden Geld für die Aufgaben, die die EU-Entwicklungsbehörde übernommen hatte. Ein Beispiel: Die Mittel für Familienplanung wurden gestrichen: 9,7 Milliarden US-Dollar, die in armen Ländern nun nicht mehr für Verhütungsmittel zur Verfügung stehen. Fachleute für reproduktive Gesundheit rechnen damit, dass allein dieser Schritt 362.000 ungewollte Schwangerschaften, 161.000 ungeplante Geburten, 110.000 gefährliche Abtreibungen und 718 vermeidbare Todesfälle von Schwangeren bei der Geburt nach sich ziehen wird.
Weil auch in Europa Entwicklungsetats gekürzt werden, drohen massive Einschnitte bei der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, ODA) generell. Nach Schätzungen der OECD wird die ODA in diesem Jahr um bis zu 17% sinken. Weitere Kürzungen sind im Jahr 2026 zu erwarten.







