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Kohlenstoffprojekt von Volkswagen bedroht Maasai in Tansania

München. – Anlässlich der Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in München werfen die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und FIAN gemeinsam mit der Maasai International Solidarity Alliance (MISA) dem Volkswagen-Konzern vor, die Lebensgrundlage und die Menschenrechte der Maasai zu gefährden.

„Als größter deutscher Autobauer steht Volkswagen in der Pflicht, Menschenrechtsstandards auch jenseits der Landesgrenzen einzuhalten“, kritisiert MISA, ein internationales Netzwerk von Maasai und ihren Verbündeten, dem auch GfbV und FIAN angehören. Das Projekt sei Teil einer Strategie, mit der VW seine Klimabilanz aufpolieren wolle, schüre jedoch Korruption sowie Konflikte um Land und natürliche Ressourcen.

Forderungen der Maasai

Bereits im März 2025 hatte MISA nach eigenen Recherchen und Gesprächen mit betroffenen Gemeinden ein Moratorium für alle Emissionsprojekte in der Region Loliondo und Ngorongoro gefordert. Volkswagen habe diese Forderung bislang ignoriert, ebenso wie wiederholte Gesprächsangebote der Maasai.

Eine Delegation von Maasai-Vertreter:innen wird deshalb ab dem 14. September durch mehrere europäische Städte reisen, um auf anhaltende Landkonflikte, Vertreibungen und Menschenrechtsverletzungen in Tansania aufmerksam zu machen – und auf die Rolle europäischer Unternehmen dabei. „Volkswagen darf die Stimmen der betroffenen Gemeinden nicht länger ignorieren – Verantwortung macht nicht an den Grenzen Deutschlands Halt“, betont MISA.

Europareise der Delegation

Die Reise beginnt in Wien und führt die Delegation anschließend nach Frankfurt am Main (17. September), Hofgeismar (19. September), Berlin (21. September), Köln (24. September) und Brüssel (25. September). Vom 1. bis 3. Oktober findet der Abschluss in Paris statt.

Teil der Delegation sind:

  • Joseph Oleshangay, Maasai-Menschenrechtsanwalt und Aktivist
  • Nkasiogi Lekakeny, Maasai-Frau aus Ngorongoro
  • Naipanoi Ntutu, Jugend-Vertreterin aus Loliondo

Im Fokus der Gespräche mit Politiker:innen und Ministerien stehen:

  • Landkonflikte und Vertreibungen im Namen von Tourismus und Naturschutz, auch unter Beteiligung der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft, des WWF, nationaler Regierungen, der EU und der UNESCO.
  • Bedrohungen indigener Rechte durch Bodenkohlenstoffprojekte sowie die Verantwortung beteiligter Unternehmen (Soils for the Future, Carbon Solve, Volkswagen, Verra und The Nature Conservancy).
  • Verschärfte Repressionen durch die tansanische Regierung und deren Folgen für die Maasai-Gemeinschaften.
  • Die Vision der Maasai für Naturschutz, der sowohl ihre Lebensgrundlage sichert als auch zu Klima- und Biodiversitätsstrategien beiträgt.

Mehr Informationen:

MISA-Kohlenstoffbericht (einschließlich einer kurzen deutschen Version): https://afsafrica.org/maasai-international-solidarity-alliance-demands-moratorium-on-soil-carbon-projects-in-northern-tanzania

Austausch mit VW: Volkswagen fördert Menschenrechtsverletzungen in Tansania, sagen Massai-Gemeinschaften – AFSA

Foto: Protest gegen Volkswagens CO₂-Projekt in Tansania am Messestand von VW auf der IAA in München am 9. September 2025. Copyright © FIAN/GfbV

Quelle: www.gfbv.de

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