Rom. – Die Ernährungssicherheit in Madagaskar ist nach wie vor akut gefährdet. Etwa 1,2 Millionen Menschen, 13 Prozent der Bevölkerung in den untersuchten Bezirken, erleben derzeit ein hohes Maß an Ernährungsunsicherheit. Das geht aus der aktuellen Integrated Food Security Phase Classification (IPC) hervor, die am Dienstag veröffentlicht worden ist.
Die akute Ernährungslage in Madagaskar sei nach wie vor beunruhigend, berichtet IPC. Etwa 1,2 Millionen Menschen, die 13 Prozent der Bevölkerung in den analysierten Bezirken repräsentieren – erleben derzeit ein hohes Maß an akuter Ernährungsunsicherheit, klassifiziert in der IPC-Phase 3 (akute Hungerkrise). 29.000 dieser Hungernden wurden sogar in die IPC-Phase 4 (Notfall) eingestuft. Die IPC-Skala wurde 2004 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) für den Einsatz in Somalia entwickelt. Organisationen wie CARE International, die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC), das Hungersnot-Frühwarnsystem FEWS NET, Oxfam, Save the Children und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP), haben dabei gehofen, die IPC-Skala an Ernährungssituationen in anderen Ländern anzupassen.
Für Madagaskar lautet die IPC-Prognose, dass sich die Bedingungen zwischen Oktober 2025 und Januar 2026) verschlechtern werden. Die sich verschärfende Krise wird durch „Klimaschocks“ wie Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürme angetrieben, so der Bericht. Sie verursachen schlechte Ernten und höhere Lebensmittelpreise. Hinzu kommen Faktoren wie Heuschreckenbefall, der begrenzte Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und zu humanitärer Hilfe sowie chronische Armut.
Eine weitere Verschärfung der Ernährungslage wird in der zweiten Projektionsperiode (Februar bis April 2026) erwartet. Dann werden fast 1,64 Millionen Menschen mit einer hohen akuten Ernährungsunsicherheit konfrontiert sein, darunter 110.000 Menschen in Phase 4 (Notfall). Marginalisierte und einkommensschwache ländliche Haushalte werden überproportional betroffen sein.
Karte: IPC
Quelle: IPC







