
Zu den neu hinzugekommenen Teilnehmern gehören laut landmine.de viele afrikanische Länder, aber auch Laos, eines der stärksten von Streumunition betroffenen Länder der Welt. Der angestrebte Vertrag soll nicht nur Verbotsvorschriften enthalten sondern auch die Zerstörung von Lagerbeständen, die Räumung von Blindgängern sowie Opferhilfemaßnahmen regeln. Die Hauptanwender und Produzenten von Streumunition, China, Russland, Israel und die USA, nahmen an der Konferenz nicht teil.
Die im Aktionsbündnis Landmine.de zusammengeschlossenen Organisationen bedauerten, dass es Deutschland auch auf der Lima-Konferenz versäumt habe, sich für ein umfassendes Verbot von Streumunition und verbindliche Maßnahmen zur Opferhilfe auszusprechen. Das Aktionsbündnis forderte die Bundesregierung deshalb auf, das nächste Treffen der Delegierten in Wien (5.-7. Dezember 2007) endlich für einen Politikwechsel zu nutzen.
Einige Konferenzteilnehmer (u.a. Norwegen, Irland und Mexiko) bezeichneten den Versuch derjenigen Staaten – darunter auch Deutschland -, die das humanitäre Problem auf technischer Basis lösen wollen, als zynisch. Zu diesen Staaten gehören Australien, Japan, Großbritannien, Finnland, Frankreich und Polen, allesamt – wie Deutschland – Hersteller von Streumunition.
Deutschland will laut landmine.de nach wie vor bestimmte Streumunitionen vom Verbot ausschließen und unterscheidet zwischen „gefährlichen“ (ohne Selbstzerstörungsmechanismus) und „ungefährlichen“ Streumunitionen, deren Einsatz auf Grund „akzeptabler“ Fehlerquoten erlaubt bleiben soll. Deutschland möchte darüber hinaus Raketen, die Landminen verstreuen, ebenso ausgenommen sehen, wie Streumunition, die nach dem Einsatz „inaktiv“ bleibt (nicht-explosive Blindgänger) oder Streumunition, die von Trägersystemen in kleineren Mengen (weniger als 10 Streumunitionen) verschossen wird.
Die Ausnahmeliste sei nahezu identisch mit aktuellen Lagerbeständen der Bundeswehr bzw. Produktpaletten der deutschen Rüstungsindustrie, so landmine.de. Außerdem wolle Deutschland sogenannte „alternative“ Streumunition – auf Basis von kinetischer Munition und Mikrowellen – beschaffen, welche auch von Verboten ausgenommen bleiben solle.
Weltweit lagern nach Angaben des Aktionsbündnisses landmine.de 75 Länder mehrere Milliarden Streumunitionen. In mindestens 26 Staaten und Regionen sei Streumunition bislang eingesetzt worden, was Zig-Millionen Blindgänger zur Folge gehabt und bislang zehntausende Verletzte und Tote gefordert habe. 34 Staaten, darunter auch Deutschland, hätten bislang über 210 verschiedene Typen von Streumunition produziert. 13 Länder – inklusive Deutschland – seien als Exporteure von Streumunition auffällig geworden, die in mindestens 60 verschiedene Staaten geliefert hätten.




