Berlin. – Am Montag ist das Fischereiabkommen der Welthandelsorganisation (WTO) in Kraft getreten. Das Abkommen gilt als wichtiger Meilenstein zum Schutz der Fischbestände. Aus der Sicht von Brot für die Welt bleiben jedoch zentrale Probleme ungelöst. Dies gehe vor allem zulasten der Menschen und Küstengemeinschaften im Globalen Süden.
„Es ist offiziell: Das WTO-Abkommen über „Fischereisubventionen ist jetzt in Kraft“, postete die WTO auf X. „Auf einer Sondersitzung des General Council akzeptierten Brasilien, Kenia, Tonga und Vietnam das Abkommen.“ Damit sei die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit der WTO-Mitglieder für das Inkraftreten des Abkommens überschritten worden.
„Wir begrüßen, dass die WTO erstmals Umwelt- und Ernährungsfragen im Handelsrecht aufgreift“, sagte Francisco Mari, Experte für Meerespolitik und Welternährung bei Brot für die Welt. „Doch das Abkommen ist voller Schlupflöcher. Besonders problematisch: Die größten Fangnationen profitieren weiterhin von nicht erfassten Treibstoffsubventionen.“
Gleichzeitig würden Länder des Globalen Südens durch strenge Berichtspflichten im WTO-Abkommen belastet – selbst für Treibstoffhilfen, obwohl ihre handwerkliche Fischerei kaum zur Überfischung beitrage. Brot für die Welt fordert daher, dass sämtliche Subventionen vollständig erfasst und offengelegt werden, einschließlich der Namen der begünstigten Fangboote.
Vom künftigen WTO-Fischereiausschuss erwartet Brot für die Welt, dass er die Rechte der Fischereigemeinschaften im Globalen Süden stärkt und bestehende Ungleichheiten im Abkommen korrigiert. Illegal fischende Fangflotten müssten gestoppt, die handwerkliche Fischerei gestärkt und die Fischgründe vor den Küsten wirksam vor Plünderung geschützt werden.
Screenshot WTO/X.com: epo.de
Quelle: brot-fuer-die-welt.de







