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Kirchliche Werke warnen vor Kürzungen in EZ und Humanitärer Hilfe

Kinder vor einer Wellblechhütte im brasilianischen Bundesstaat Pará, 2004. Foto © Klaus Boldt

Freiburg/Berlin. – Die vier großen kirchlichen Werke Brot für die Welt, Caritas international, Diakonie Katastrophenhilfe und Misereor schlagen Alarm: Der Haushaltsentwurf 2026 sieht drastische Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und der Humanitären Hilfe vor. Der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung soll mit 9,9 Milliarden Euro auf ein Zehn-Jahres-Tief sinken, fast 30 Prozent weniger als 2022. Noch gravierender sind die Einschnitte bei der Humanitären Hilfe, deren Mittel seit 2022 um 60 Prozent auf nur eine Milliarde Euro zurückgegangen sind. Angesichts weltweit wachsender Not warnen die Werke: Diese Kürzungen kosten Menschenleben und untergraben Deutschlands internationale Verantwortung.

„Der aktuelle Abwärtstrend bei der Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit und Humanitärer Hilfe erschwert unsere Arbeit extrem. Während unsere Partner tagtäglich Menschen dabei unterstützen, ein sicheres und selbstbestimmtes Leben zu führen, fährt die Bundesregierung die Mittel für ihren Einsatz immer weiter zurück“, erklärt Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. „Wir kirchlichen Werke arbeiten eng mit lokalen Partnern zusammen. Gerade in Regionen, die staatliche Strukturen nicht erreichen, ist diese Hilfe lebenswichtig. Deutschland muss seiner Verantwortung gerecht werden und seine Zusagen halten.“

„Den geplanten massiven Kürzungen stehen schreckliche Realitäten gegenüber: eine Zunahme von Konflikten und Kriegen, von klimabedingten Dürren und Überschwemmungen, steigenden Zahlen von Menschen, die Hunger leiden und unterernährt sind“, so Andreas Frick, Misereor-Hauptgeschäftsführer. „Schon jetzt führen die bisherigen Kürzungen dazu, dass Geld für notwendige Projekte in den Bereichen Anpassung an die Klimakrise, Gesundheitsversorgung und Ernährungssicherung fehlt und Menschen ohne Zukunftsperspektiven zurückgelassen werden. Das wird ohne Zweifel weitreichende Konsequenzen für Frieden und Sicherheit weltweit, auch für uns in Deutschland haben.“

„Die Entwicklung verläuft in einer absolut falschen Richtung: Aufgrund der wachsenden Zahl von Krisen und Konflikten weltweit ist mehr Solidarität und Bereitschaft zur Hilfe von Nöten, nicht weniger“, kritisiert Oliver Müller, Leiter von Caritas international. „Es war schon vor den Kürzungen kaum möglich, diese Not substanziell zu lindern. Die politische Rückendeckung für solidarisches Handeln bröckelt weltweit, das System gerät ins Wanken. Die existenzielle Krise trifft zuerst die Schwächsten.“

„Nachdem der Etat für Humanitäre Hilfe bereits in diesem Jahr mehr als halbiert wurde, stagniert er auch 2026 auf dem niedrigsten Niveau seit zehn Jahren“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Die Bundesregierung zementiert damit eine Unterfinanzierung, die den globalen Herausforderungen nicht gerecht wird, und bricht ihr Versprechen für eine auskömmliche Finanzierung im Koalitionsvertrag. Durch die Kürzungen könnten mehr als fünf Millionen Menschen zusätzlich keine Nothilfe mehr erhalten.“

Quelle: www.brot-fuer-die-welt.de, www.misereor.de, www.caritas-international.de, www.diakonie-katastrophenhilfe.de

Foto: Kinder vor einer Wellblechhütte im brasilianischen Bundesstaat Pará, Copyright © Klaus Boldt

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