Start / 🌎 Umwelt / INKOTA prangert steigende Exporte verbotener Pestizide an

INKOTA prangert steigende Exporte verbotener Pestizide an

Verbotene Pestizide. Screenshot vom Bericht von Public Eye.

Berlin. – Ein neuer Bericht der Schweizer Organisation Public Eye zeigt eine dramatische Entwicklung: Die Ausfuhr hochgefährlicher Pestizide aus der EU und der Schweiz nimmt weiter zu, obwohl viele dieser Mittel in Europa selbst aus gutem Grund verboten sind. Vor diesem Hintergrund fordert das entwicklungspolitische Netzwerk INKOTA erneut ein umfassendes Exportverbot.

Dr. Silke Bollmohr, Pestizidexpertin beim INKOTA-netzwerk:

„Deutschland ist Europameister der Verantwortungslosigkeit: Mehr als 40 Prozent der aus der EU exportierten Menge verbotener Pestizide aus dem letzten Jahr, wurden aus Deutschland den Behörden gemeldet. BASF ist mit 33.000 Tonnen zum Export gemeldeter Pestizide besonders dick im Geschäft. Diese Zahlen zeigen klar: Ein Pestizidexportverbot ist längst überfällig. Wie das geht, macht Frankreich vor: Seit 2022 untersagt ein Gesetz den Export verbotener Pestizide. Doch nun verlegen Unternehmen wie Syngenta ihr Geschäft nach Deutschland. Dem muss die Politik einen Riegel vorschieben – damit Menschenrechte endlich vor Profit stehen!“

Hintergrund

Public Eye veröffentliche am 23. September eine Recherche, die belegt, dass die Exporte hochgefährlicher Pestizide aus der EU und der Schweiz seit 2018 deutlich zugenommen haben. 2024 genehmigten die EU-Mitgliedsstaaten den Export von fast 122.000 Tonnen Pestiziden, die in der EU selbst verboten waren. Das sind gut fünfzig Prozent mehr als die rund 81.000 Tonnen aus 2018. Insgesamt wurden 75 Pestizide, die in der EU verboten sind, für den Export gemeldet. 2018 waren es 41 gewesen. INKOTA kritisiert die gefährliche Praxis von Bayer, BASF und Alzchem seit Jahren und fordert ein Exportverbot fertiger Pestizidprodukte und reiner Wirkstoffe. Gemeinsam mit foodwatch, Umweltinstitut München und dem Pestizid-Aktionsnetzwerk wendet sich das entwicklungspolitische INKOTA-netzwerk in einer Petition an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Bis Ende 2023 sollte eine Vorlage für ein Exportverbot von der EU-Kommission vorgelegt werden, seither versandet der Vorschlag in der Folgenabschätzung.

Weitere Informationen: Recherche von Public Eye Unearthed

Quelle: www.inkota.de

Foto: Banned pesticides. Screenshot der Website Public Eye by epo.de

Markiert:

Login

Neue Jobs bei epojobs.eu

Bannerwerbung

GNE Banner

Newsletter abonnieren!

Subscription Form

Events

Anstehende Events

Tags

Afrika Armut Bildung BMZ Brasilien CO2 Coronavirus Deutschland Entwicklungsfinanzierung Entwicklungshilfe Entwicklungspolitik Entwicklungszusammenarbeit Ernährung Europäische Union EZ Fairer Handel Flüchtlinge Gesundheit Humanitäre Hilfe Hunger Jemen Katastrophen Kinder Klimagipfel Klimakrise Klimaschutz Kolumbien Konflikte Kriege und Konflikte Landwirtschaft Medien Menschenrechte Migration Nachhaltigkeit Nothilfe Oxfam Pressefreiheit Sudan Syrien Umwelt UNO USA Venezuela Wahlen Weltwirtschaft