Berlin. – Das deutsche Entwicklungsministerium (BMZ) will gemeinsam mit Jordanien junge Menschen für eine Handwerksausbildung in Deutschland gewinnen. Ziel sei es, den Fachkräftenachwuchs in beiden Ländern zu fördern, teilte das BMZ am Donnerstag mit. Dazu werde in Berlin eine Partnerschaft zwischen vier jordanischen Berufsbildungsinstitutionen und deutschen Handwerksorganisationen besiegelt. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) und der jordanische Arbeitsminister Khaled Al-Bakkar übernehmen die Schirmherrschaft.
„Mit den Abkommen zeigen wir, wie internationale Fachkräftemobilität verantwortungsvoll und partnerschaftlich gestaltet werden kann“, sagte Entwicklungsministerin Alabali Radovan. „So, dass alle Seiten davon profitieren: die jungen Menschen, die Herkunftsländer wie Jordanien, und die Aufnahmeländer wie Deutschland. Mit unserer Entwicklungszusammenarbeit bauen wir die Brücken, die notwendig sind.“
Konkret vereinbart wurde laut BMZ, junge Menschen bereits in Jordanien systematisch auf eine Ausbildung in Deutschland vorzubereiten – durch Sprachkurse, Berufsorientierung und technisches Training. Aufnehmende Betriebe in Deutschland unterstützten die Integration und würden Verantwortung für eine faire Ausbildungspraxis übernehmen. Die Vereinbarungen sind Teil des BMZ-Pilotvorhabens „Partnerschaften für entwicklungsorientierte Ausbildungs- und Arbeitsmigration (PAM)“.
Beteiligt an den Vereinbarungen sind der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), die Handwerkskammer Koblenz, die Handwerkskammer für München und Oberbayern, die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf sowie auf jordanischer Seite die Vocational Training Corporation (VTC) und regionale Berufsbildungsinstitute in Jordanien.
Deutschland benötigt laut aktuellen Schätzungen jährlich eine Nettozuwanderung von rund 400.000 Personen. Gemeinsam mit staatlichen Institutionen sowie mit der deutschen Wirtschaft entwickelt das BMZ deshalb Programme für Ausbildungs- und Arbeitsmigration. Diese sind an den Bedarf der deutschen Wirtschaft sowie auch an die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Länder angepasst. So soll etwa das Risiko von „Brain Drain“ reduziert werden – also, dass viele gut ausgebildete Arbeitskräfte aus ihren Herkunftsländern abwandern und dort ein Mangel an Fachkräften entsteht.
Foto: Das Europahaus in der Stresemannstraße in Berlin-Kreuzberg, Berliner Dienstsitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). By Jörg Zägel, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0
Quelle: bmz.de







