Die diesjährigen Preisträger der Right Livelihood Awards kommen aus Regionen, in denen militärische und politische Gewalt herrscht: aus dem Sudan und aus Myanmar. Sie leben im Pazifik, wo die Klimakatastrophe ganze Nationen bedroht, und in Taiwan, dessen Existenz von der Volksrepublik China infrage gestellt wird. „Ihre Arbeit beweist, dass jeder eine Rolle dabei spielt, Menschen und dem Planeten zu helfen“, so die Stiftung, die die Alternativen Nobelpreise vergibt.
Die Pacific Islands Students Fighting Climate Change und Julian Aguon von den Pazifischen Inseln bzw. Guam erhalten den Preis „für die Forderung nach Klimagerechtigkeit“ und ihren Mut, vor den höchsten Gerichten Klimaschutz eine rechtliche Verantwortung einzufordern.
Justice For Myanmar so die Laudatio, werden „für ihren Mut und ihre investigativen Ermittlungsmethoden ausgezeichnet, mit denen sie die internationale Unterstützung für die korrupten Militärherrscher in Myanmar aufgedeckt haben.
Die Taiwanesin Audrey Tang wird mit den Preis bedacht, weil sie die Nutzung digitaler Technologien vorangebracht hat, um Bürger in ihren Rechten zu stärken, Demokratie zu erneuern und die Spaltung der Gesellschaft zu bekämpfen.
Emergency Response Rooms, eine anonyme Gruppe im Sudan, wird ausgezeichnet, weil sie inmitten eines Bürgkrieges und des staatlichen Zusammenbruchs gegenseitig Hilfe organisiert ein Modell des Widerstands praktiziert, das Millionen von Menschen in Würde unterstützt.
Die Emergency Response Rooms im Sudan sind Partner der Diakonie Katastrophenhilfe. Die lokalen Notfall-Komitees leisten humanitäre Hilfe an Orten, die durch Hilfsorganisationen nicht mehr erreichbar sind. Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, erklärte dazu:
„Dieser Preis ist ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen. Der Krieg im Sudan tobt seit mehr als zwei Jahren, hat Zehntausende Menschenleben gefordert und Millionen Menschen in tiefe Not gestürzt. Ich bin dankbar, dass der Award das gemeinschaftliche Handeln vieler Frauen, Männer und Jugendlicher ehrt und sichtbar macht. Mit ihrem Engagement retten sie trotz aller Risiken Menschenleben. Täglich organisieren die lokalen Komitees Suppenküchen in vielen Teilen des Landes, um den sich ausbreitenden Hunger einzudämmen. Sie unterrichten Kinder, wo ein normaler Schulbetrieb nicht mehr möglich ist. Oder sie beschaffen Medikamente für Krankenstationen, die sonst ihren Betrieb einstellen müssten. Sie leisten das, was es zum täglichen Überleben braucht. Ich bin froh, dass wir die ERR dabei unterstützen können und so gemeinsam ein Zeichen für Menschlichkeit in Zeiten des Krieges setzen.“
Ole von Uexküll, Geschäftsführer von Right Livelihood, sagte: „In einer Zeit, in der Gewalt, Polarisierung und Klimakatastrophen Gemeinden auseinanderreißen, erinnern uns die 2025 Right Livelihood Laureates daran, dass kollektives Handeln die mächtigste Antwort der Menschheit ist. Ihr Mut und ihre Vision schaffen Hoffnung und zeigen, dass eine gerechtere Welt und lebenswertere Zukunft möglich ist.“
Die Alternativen Nobelpreise
Die oft als „Alternative Nobelpreise“ bezeichneten Right Livelihood Awards wurden 1980 von Jakob von Uexküll gegründet und werden von privaten Spendern finanziert. Jedes Jahr ehrt die Stiftung außergewöhnliche Persönlichkeiten und Organisationen, die sich erfolgreich für Frieden, Nachhaltigkeit und eine gerechte Welt für alle einsetzen. 203 Preisträgerinnen aus über 81 Ländern haben den Right Livelihood Award bisher erhalten.
Grafik: © Right Livelihood Foundation
Quelle: rightlivelihood.org







