Berlin. – Am 30. September endete die Frist, zu der die Mitgliedsstaaten des Pariser Klimaabkommens ihre neuen nationalen Klimaschutzziele einreichen sollten. Nur 56 Staaten haben die Frist eingehalten. Auch die EU konnte sich bislang nicht auf verbindliche Ziele bis 2040 einigen. „Die internationale Staatengemeinschaft tritt auf der Stelle, während die Klimakrise ungebremst eskaliert“, kritisiert Fridays for Future.
Die Ziele sollen eine Verbindlichkeit für die nächsten Jahre gewährleisten und die Arbeitsgrundlage für die diesjährige Weltklimakonferenz (COP30) in Belém (Brasilien) bilden. Die globale Erwärmung sollte damit auf deutlich unter 2 Grad, möglichst auf 1,5 Grad begrenzt werden.
„Schon heute spüren Menschen die Folgen der Klimakrise am eigenen Leib: Hitzetote, Ernteausfälle und Überschwemmungen sind längst keine abstrakte Gefahr mehr, sondern bittere Realität. Die Klimakrise ist kein Monopoly-Spiel, bei dem man nach einer verlorenen Runde einfach wieder von vorne beginnen kann. Sie ist eine existenzielle Bedrohung, die über unsere Zukunft entscheidet. Und dennoch gelingt es den Staaten nicht, endlich Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam zu handeln“, sagt Yasin Hinz von Fridays for Future.
Das Scheitern der EU an einer verbindlichen Zusage bis 2040 ist unter anderem der Blockade durch Bundeskanzler Friedrich Merz zuzuschreiben. Die Klimabewegung kritisiert die fehlende Mitarbeit vieler Länder gerade im Bezug auf die neuesten Berichte zum Zustand des Planeten. Erst letzte Woche zeigten neue Berichte die Dringlichkeit, mit der gehandelt werden muss: Die Erde steuert derzeit auf eine Erderwärmung von rund 3 Grad bis 2050 zu. Sieben von neun planetaren Grenzen sind bereits überschritten.
„Merz und die deutsche Regierung blockieren Klimaziele und zeigen damit der Weltgemeinschaft: Die Klimakrise ist uns egal. Ein katastrophales Signal, 10 Jahre nach dem Beschluss des Pariser Klimaabkommens. Gerade bei dem zerstörerischen Kurs von Trump braucht es ein deutliches Signal von der EU vor der Weltklimakonferenz. Wir brauchen jetzt Klarheit und Ambition – in dieser Verantwortung steht Friedrich Merz. Deutschland und die EU müssen alles in ihrer Macht Stehende tun und geschlossen mit starken Zielen zur Weltklimakonferenz gehen. Das ist das Mindeste angesichts dieser täglich weiter eskalierenden Katastrophe!“, fordert Darya Sotoodeh von Fridays for Future.
Temperaturrekord Juni 2025. Grafik: Copernicus
Quelle: https://fridaysforfuture.de







