
„Da sie keine internationale Grenze überschreiten, haben intern Vertriebene keinen offiziellen Flüchtlingsstatus. Das bedeutet, dass ihnen oft keinerlei Hilfe zukommt“, sagte Willinger. „Viele werden sogar im eigenen Land verfolgt und diskriminiert. Das ist eine Lücke im internationalen Hilfssystem, die dringend geschlossen werden muss.“
Besonders besorgniserregend sei die Lage derzeit im Irak, Sudan, Burma, Simbabwe und in Kolumbien, so terre des hommes. Das südamerikanische Land habe mit 3,8 Millionen die dritthöchste Zahl an intern Vertriebenen weltweit. In Kolumbien seien systematische Vertreibungen seit Jahren Kriegsstrategie. Besonders Kleinbauern würden von Paramilitärs, Guerilla oder der Armee vertrieben, damit auf ihrem Land Koka, Bananen oder Ölpalmen angebaut werden können.
„In Ländern wie Kolumbien, Simbabwe und Burma sind die Regierungen für Vertreibungen verantwortlich. Das darf von der internationalen Gemeinschaft nicht toleriert werden“, so Ralf Willinger. „Wir fordern deshalb, Vertreibungen international zu ächten. Lukrative Handelsverträge darf es für solche Regierungen nicht geben. Außerdem ist es dringend notwendig, ein Menschenrecht auf Schutz vor Vertreibung durchzusetzen.“
terre des hommes hilft in Burma, den Philippinen und Kolumbien Vertriebenen unter anderem mit medizinischer Versorgung, organisiert den Schulbesuch der Kinder und unterstützt Familien dabei, sich zu organisieren und für ihre Rechte einzusetzen. Zudem fördert terre des hommes die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen, die mit Kampagnen auf die Situation der Vertriebenen im Land aufmerksam machen.




