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Welthunger-Index: Zero Hunger rückt in weite Ferne

Foto: Getreideanbau in Nepal. © Opladen/Welthungerhilfe

Berlin. – Die Welthungerhilfe hat am Donnerstag den Welthunger-Index 2025 vorgestellt. Der Bericht „20 Jahre Fortschritt im Blick: Zeit für ein neues Bekenntnis zu Zero Hunger“ zeigt die Entwicklung der globalen Hungersituation seit dem Jahr 2000. Demnach wurden bis 2016 wichtige Fortschritte bei der Überwindung des Hungers erzielt. Doch seitdem stagniert diese Entwicklung. Die Erfolge bleiben deutlich hinter den international verabredeten Zielen zurück und Zero Hunger bis 2030 rückt in weite Ferne.

Der Welthunger-Index dient als wichtige Messgröße, um Verbesserungen bzw. Verschlechterungen des Ernährungszustandes von Kindern und Erwachsenen in den einzelnen Ländern und Regionen zu erfassen. Er demonstriert, dass bewaffnete Konflikte, die Klimakrise, wirtschaftliche Instabilität und fehlende politische Entschlossenheit die Situation verschärft haben. Gleichzeitig sinken die Mittel für humanitäre Hilfe, während die Militärausgaben steigen. „Damit wird das Leben und die Existenz von Millionen Menschen gefährdet – obwohl Lösungen existieren“, erklärte die Welthungerhilfe.

Der Welthunger-Index (WHI, Englisch: Global  Index, GHI) misst und vergleicht jährlich die Ausprägung von verschiedenen Hungerindikatoren. Er soll die Aufmerksamkeit auf das Engagement gegen den Hunger lenken und liefert Handlungsempfehlungen, um den Hunger zu beenden. Die Welternährungsorganisation FAO schätzt die Zahl der hungernden Menschen weltweit auf 638 bis 720 Millionen.

Verschlechterung in 27 Staaten

Bei allen vier Indikatoren, aus denen der Index sich zusammensetzt – Bei allen vier Indikatoren, aus denen der Index sich zusammensetzt – Unterernährung, bei Kindern, bei Kindern und Kindersterblichkeit – bleiben die Fortschritte hinter den internationalen Zielvorgaben zurück. Der globale WHI-Wert liegt 2025 bei 18,3; im Vergleich zum letzten methodisch vergleichbaren Wert aus dem Jahr 2016 – 19,0 – ist das kaum noch eine Verbesserung. (Niedrigere Werte bedeuten weniger, höhere Werte bedeuten mehr Hunger.) In 27 Staaten hat der Hunger seit 2016 sogar wieder zugenommen.

Der Index klassifiziert die Ernährungslage in 7 Ländern als „sehr ernst“: Burundi, Demokratische Republik Kongo, Haiti, Jemen, Madagaskar, Somalia und Südsudan. In weiteren 35 Ländern gilt die Situation als „ernst“.

„Zero Hunger“ in Gefahr

„Das Ziel ‚Zero Hunger 2030′ ist in Gefahr“, konstatiert die Welthungerhilfe. Wenn das Entwicklungstempo so langsam bleibt, wie es derzeit ist, werden 56 Länder die Reduzierung des Hungers auf das Niveau ’niedrig‘ bis 2030 nicht schaffen.“

Die Gründe für diese besorgniserregenden Tatsachen liegen aus der Sicht der Welthungerhilfe in der Verschärfung einer Reihe von Krisen, die sich überlagern und gegenseitig verstärken. Bewaffnete Konflikte wie in Gaza und im Sudan seien derzeit die größten Hungertreiber. Sie seien oft zugleich Folge und Ursache wirtschaftlicher Instabilität mit überregionaler Ausstrahlung. Hinzu kommen die Auswirkungen der Klimakrise. Sie bedrohen weiterhin regionale Ernährungssysteme: 2024 war das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Weniger Hilfe, mehr Rüstung

„Die Weltgemeinschaft hat angesichts der bedrohlichen Auswirkungen der Krisen auf die Ernährungslage nicht mit mehr Engagement für Humanitäre Hilfe und Entwicklung reagiert. Im Gegenteil: Ausgaben für Hilfsmaßnahmen sind stark gekürzt worden, während Rüstungsausgaben weiter steigen“, kritisiert der Bericht.

Angesichts all dieser Probleme sei besonders bemerkenswert, dass sich in mehreren Ländern die Werte entgegen dem Trend deutlich verbessert haben: in Mosambik, Ruanda, Somalia, Togo und Uganda. Vor allem in Mosambik und Somalia bleibe das Hungerniveau aber trotz der Fortschritte besorgniserregend hoch.

Regionale Unterschiede

In Afrika südlich der Sahara gibt es nach wie vor den meisten Hunger (Bedrohungsniveau ernst“). Zwar hat sich die Situation seit dem Jahr 2000 in 35 von 47 Ländern verbessert. Seit 2016 ist dieser Fortschritt aber fast zum Stillstand gekommen. Am stärksten betroffen sind Somalia, der Sudan und Burundi.

Auch in Südasien bleibt die Lage ernst. In Afghanistan, Pakistan und Sri Lanka hat sich die Lage seit 2016 verschlechtert, während andererseits Bangladesch und Nepal deutliche Fortschritte erzielt haben.

In Westasien und Nordafrika ist weiterhin ein mäßiges Hungerniveau zu verzeichnen. Verglichen mit 2016 konnte in dieser Region am wenigsten Fortschritt verzeichnet werden. Sonderfälle sind katastrophale Krisen der Ernährungssicherheit in Gaza und im Jemen, die sich im Gefolge der dort stattfindenden Kriege entwickelt haben.

Lateinamerika, die Karibik, Ost- und Südostasien weisen mäßige  bis niedrige Hungerniveaus auf. In Haiti ist das Hungerniveau seit 2016 von ernst auf sehr ernst angestiegen. Für Nordkorea wird trotz schwacher aktueller Datenlage das Hungerniveau als ernst eingeschätzt.

Foto: Getreideanbau in Nepal. © Opladen/Welthungerhilfe

=> Welthunger-Index 2025

Quelle: welthungerhilfe.de

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