
Annan hatte die Untersuchung, die Betrugs- und Korruptionsvorwürfen nachgehen sollte, im vergangenen Jahr eingeleitet. Dem jetzt vorgelegten Zwischenbericht zufolge werden laut Annan "Kollegen, mit denen wir Seite an Seite gearbeitet haben, mit ernsthaften Anschuldigungen konfrontiert". Annan erklärte, er habe Disziplinarverfahren gegen die UN-Mitarbeiter Joseph Stephanides und Benon Sevan, den ehemaligen Leiter der Behörde für das Irak-Programm eingeleitet. Gegen Sevan fänden sich im Bericht erhebliche Belege für Fehlverhalten. Sevan sei in den Ruhestand getreten, aber für ein symbolisches Gehalt als Mitarbeiter weiter geführt worden, um seine Verfügbarkeit für die Untersuchung sicher zu stellen.
"Ich habe von Anfang an klar gemacht, dass niemand, bei dem irgendein Gesetzesbruch aufgedeckt wird, vor Strafverfolgung geschützt wird", betonte der UN-Generalsekretär. die ursprünglichen Auftragserteilungen für Unternehmen im Bereich Finanz- und Prüfdienste hätten "bei weitem nicht den Normen der Fairness, Objektivität und Transparenz entsprechen, die durch die Charta und die Vorschriften der Vereinten Nationen verlangt werden". Außerdem seien die Managementkontrollen und -systeme, die für das Programm eingerichtet wurden, in vielen Fällen für die Aufgabenstellung unzureichend gewesen.
Es seien bereits Maßnahmen eingeleitet worden, die einige dieser Mängel abstellen sollten, betonte Annan. Andere Schritte würden demnächst angekündigt. Annan kündigte an, ein weiterer Zwischenbericht werde über die Rolle eines Schweizer Unternehmens Auskunft geben, das seinen Sohn beschäftigte. "Ich hoffe, dass dieser Bericht rasch vorgelegt wird und erwarte sein Ergebnis mit reinem Gewissen", sagte Annan.




