New York. – 1,1 Milliarden Menschen leben in Armut und mit deren Auswirkungen auf Gesundheit, Bildung und Wohlstand. 80 Prozent von ihnen sehen sich gleichzeitig extremer Hitze, Überschwemmungen, Dürren oder starker Luftverschmutzung ausgesetzt. Das geht aus einem neuen Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) und der Universität Oxford hervor, der erstmals das Ausmaß der globalen Armut und der Klimakrise zusammenfasst.
Der Bericht „Overlapping Hardships: Poverty and Climate Hazards“ definiert Armut neu, indem er das Thema nicht nur sozio-ökonomisch erfasst, sondern mit der Klimakrise und der daraus entstehenden Instabilität in Beziehung setzt. Der mit dieser Methode entwickelte Global Multidimensional Poverty Index (MPI) zeigt, dass 887 Millionen der 1,1 Milliarden Armen weltweit direkt Klimagefahren und deren negativen Auswirkungen auf ihr tägliches Leben ausgesetzt sind.
“Our new research shows that to address global poverty and create a more stable world for everyone, we must confront the climate risks endangering nearly 900 million poor people“, erklärte UNDP-Administrator Haoliang Xu. “When world leaders meet in Brazil for the Climate Conference, COP30, next month, their national climate pledges must revitalize the stagnating development progress that threatens to leave the world’s poorest people behind.”
Armut und Klimawandel verschmelzen
Arme Menschen leiden besonders häufig unter extremer Hitze (608 Millionen) und Luftverschmutzung (577 Millionen). In von Überschwemmungen bedrohten Regionen leben 465 Millionen, während 207 Millionen in Gebieten zuhause sind, die von Dürren betroffen sind.
“This report shows where the climate crisis and poverty are notably converging. Understanding where the planet is under greatest strain and where people face additional burdens created by climate challenges is essential to creating mutually reinforcing development strategies that put humanity at the centre of climate action,” sagte Sabina Alkire, Leiterin der Oxford Poverty and Human Development Initiative.
Hotspots Südasien und Susahara-Afrika
Südasien und Subsahara-Afrika sind die globalen „Hotspots“ der unter Armut leidenden Menschen, die gleichzeitig von extremen Klimaveränderungen betroffen sind. In Südasien sind es 380 Millionen, in Afrika südlich der Sahara 344 Millionen.
In der Zukunft werde sich die Lage noch verschlimmern, prognostiziert Pedro Conceição, Leiter der UNDP-Büros, das den Bericht zusammengestellt hat. Die Analyse von Projektionsdaten zeige, dass Länder mit einem höheren Multidimensional Poverty Index bis zum Ende dieses Jahrhunderts den größten Temperaturanstieg verzeichnen müssten. Entsprechend müssten Strategien zu Verringerung der Armut auch die Widerstandsfähigkeit gegen Klimagefahren stärken und finanzielle Mechanismen entwickeln, damit sich die betroffenen Länder an die Klimaveränderungen anpassen können.
=> 2025 Global Multidimensional Poverty Index (MPI)
Quelle: undp.org







