
Trotz Erfolgen bei der Bekämpfung gefährlicher Kinderkrankheiten wie Masern sei in den von AIDS besonders betroffenen Regionen des südlichen Afrika die Kindersterblichkeit sogar wieder angestiegen, erklärte UNICEF. Auch beim Kampf gegen den Hunger seien die Fortschritte für Kinder unzureichend. Fast jedes dritte Kind in den Entwicklungsländern sei mangelernährt und untergewichtig.
„Der massenhafte, vermeidbare Tod von Kindern ist ein Skandal, den wir nicht hinnehmen dürfen“, erklärte Heide Simonis, Vorsitzende von UNICEF Deutschland. „Industriestaaten und Entwicklungsländer müssen mehr tun, damit die vereinbarten Fortschritte für Kinder auch in den ärmsten Ländern erreicht werden. Mit einfachen und kostengünstigen Maßnahmen wie Impfungen, imprägnierten Moskitonetzen oder der Ausbildung von Hebammen könnte man allein in Afrika jedes Jahr hunderttausenden Kindern das Leben retten.“
Auf die Länder südlich der Sahara entfallen nach Berechnungen von UNICEF allein 4,7 Millionen Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren. Dies seien nahezu die Hälfte aller gestorbenen Kinder – obwohl im südlichen Afrika lediglich zwölf Prozent der Weltbevölkerung leben. Nahezu jedes fünfte Kind in der Region sterbe vor seinem fünften Geburtstag. In Ländern wie Botswana, Kamerun, Elfenbeinküste, Kenia, Südafrika, Swasiland und Simbabwe sei die Kindersterblichkeit in den vergangenen Jahren sogar gestiegen. In zehn weiteren Staaten liege sie immer noch auf dem Stand von 1990.




