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Sudan: Tausende Kinder sind ausgehungert und traumatisiert

Foto: Binnenvertriebene in Nord-Darfur. By USAID, Public domain, via Wikimedia Commons

Port Sudan/Friedrichsdorf. – Aus der lange belagerten und mit Gewalt eroberten sudanesischen Stadt Al Fashir (El Fasher) sind seit 26. Oktober nach UN-Angaben rund 89.000 Zivilisten geflüchtet. Mehrere tausend Kinder haben unter großen Strapazen die rund 200 Kilometer entfernte Region Ost-Darfur erreicht. Sie seien sehr erschöpft, ausgehungert und traumatisiert, berichtet die Hilfsorganisation World Vision.

Helfer-Teams von World Vision haben in den letzten Tagen mehr als 7.000 neu angekommene Binnenflüchtlinge in Ost- und Süd-Darfur registriert, darunter Tausende Kinder. Viele von ihnen waren nach eigenen Aussagen mit Eselskarren oder zu Fuß bis zu zwei Wochen unterwegs. „Was wir hier erleben, ist eine absolute Tragödie“, sagt Inos Mugabe, Einsatzleiter von World Vision Sudan. „Diese Kinder und ihre Familien sind dem Belagerungszustand entkommen, doch ihre Körper sind geschwächt. Ihre aktuelle Lage ist bei akuter Unterernährung und mangelnder medizinischer Versorgung lebensbedrohlich. Deshalb muss sofort umfangreiche Hilfe bereitgestellt werden.“

World Vision stellt nach eigenen Angaben sauberes Trinkwasser, Planen für einfache Unterkünfte und psychosoziale Hilfe bereit, um Kindern nach traumatischen Erlebnissen etwas Stabilität zu geben.  Die vorhandenen Ressourcen reichten jedoch bei weitem nicht aus, um die Not wirksam zu lindern.

5.000 Kinder ohne Grundversorgung

„Mehr als 5.000 Kinder, die hier angekommen sind, haben kein Zuhause mehr, keine Sicherheit und keine Grundversorgung“, erklärt Bahareldin El Haj, Kinderschutz-Experte von World Vision im Sudan. „Manche Kinder sind von ihren Familien getrennt und dadurch besonders gefährdet. Unsere Möglichkeiten, ihnen zu helfen, stoßen an ihre Grenzen.“

Viele Mütter haben unter Lebensgefahr ihre Kinder in Sicherheit gebracht und wissen nun nicht, wie sie diese jetzt noch am Leben erhalten können. Ein Beispiel ist Aisha Mohammed, die mit ihren Kindern auf einem Esel aus El Fasher floh. Sie kamen in das bereits überfüllte Flüchtlingslager Al Nakheel. „Wir mussten Verwandte zurücklassen. Jetzt brauchen wir dringend Nahrung und Wasser, damit meine Kinder überleben“, sagt Aisha Mohammed.

Seit die Miliz der Rapid Support Forces (RSF) Al Fashir nach mehr als 500 Tagen Belagerung erobert hat, seien fast 89.000 Menschen aus nahegelegenen Orten wie Tawila, Melit, Saraf Omra geflohen, erklärten die Vereinten Nationen. Einige Familien hätten in Tina Zuflucht gesucht, in der Nähe der Grenze zwischen Sudan und dem Tschad, wo sich bereits überforderte Gastgemeinden und UN-Partner auf Neuankömmlinge vorbereiten, sagte der stellvertretende UN-Sprecher Farhan Haq in New York. In der Zwischenzeit nehme die Gewalt in der Region Kordofan zu, was zu steigenden zivilen Opfern und neuen Vertreibungswellen führe.

In Süd-Kordofan verschlechtern sich die Lebensbedingungen der Menschen erheblich durch eskalierende Gewalt, so World Vision. Besonders in der belagerten Stadt Kadugli drohe ein Kollaps der lokalen Wirtschaft und der Hilfslieferungen. „Unsere Mitarbeiter dort riskieren ihr Leben, um Nahrungsmittel zu verteilen und müssen oft selbst vor Beschuss in Deckung gehen“, berichtet Einsatzleiter Inos Mugabe.

World Vision ruft die internationale Gemeinschaft dringend auf, finanzielle Mittel für humanitäre Hilfe bereit zu stellen und sich für den Schutz von Zivilisten sowie uneingeschränkten humanitären Zugang einzusetzen. Jede Stunde des Zögerns erhöhe das Risiko, dass weitere Kinder sterben.

Quelle: worldvision.de

Foto: Binnenvertriebene in Nord-Darfur. By USAID, Public domain, via Wikimedia Commons

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