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COP30: UN-Anpassungsfonds im Fokus

Logo COP30, UNFCCC, public domain, via Wikimedia Commons

Belém. – Der UN-Anpassungsfonds hilft besonders verletzlichen Gemeinschaften in Ländern des Südens bei der Anpassung an den Klimawandel. Die Bundesregierung hat erkennen lassen, sie wolle den Fonds weiterhin unterstützen. Doch das Finanzierungsziel von 300 Millionen US-Dollar wurde in den letzten beiden Jahren deutlich verfehlt, warnt Germanwatch. Der deutsche Beitrag belief sich zuletzt auf 60 Millionen Dollar.

Der diesjährige Beitrag Deutschlands dürfte erneut in ähnlicher Höhe wie in den Vorjahren liegen. „Deutschland ist der größte Geber des Anpassungsfonds, betrachtet man die Gesamtsumme der Zusagen seit seiner Gründung vor über 15 Jahren“, erklärte Julia Grimm, Klimafinanzierungsexpertin bei Germanwatch. „Doch im Verhältnis zu Wirtschaftskraft und historischen Emissionen überholen Länder wie Schweden oder Spanien Deutschland mit ihren jährlichen Beiträgen und stellen anteilig mehr Mittel bereit.“

Bislang blieb auch ein deutscher Mehrjahresbeitrag aus, wie ihn einige Industrieländer bereits zugesagt haben. „Dabei sind Mehrjahresbeiträge entscheidend für Planungssicherheit und Verlässlichkeit. Sie ermöglichen es dem Fonds, sein Wirken deutlich auszuweiten. Zudem sieht das neue globale Klimafinanzierungsziel mindestens eine Verdreifachung der Auszahlungen der UN-Klimafonds wie dem Anpassungsfonds vor“, so Grimm.

Finanzierungsziel bislang verfehlt

Nachdem die Industrieländer das selbst gesetzte Finanzierungsziel des Anpassungsfonds von 300 Millionen US-Dollar sowohl 2023 als auch 2024 deutlich verfehlt haben, richtet sich in Belém erneut viel Aufmerksamkeit auf diesen Fonds. „Sollte der Anpassungsfonds auch auf der COP30 die Mindestsumme von 300 Millionen US-Dollar verfehlen, wäre das eine herbe Enttäuschung – insbesondere für besonders verletzliche Länder und kleine Inselstaaten – und könnte die Verhandlungsdynamik negativ beeinflussen“, warnt Grimm. „Entscheidend wird sein, dass Deutschland nicht nur einen eigenen Beitrag leistet, sondern auch noch zögernde Industrieländer zu ambitionierten Zusagen bewegen kann.“

Verglichen mit den Milliardensummen, die auf der Weltklimakonferenz – auch von deutscher Seite – für andere Initiativen gehandelt werden, mögen 60 Millionen Euro zunächst unscheinbar wirken, so Germanwatch. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Initiativen handele es sich hier nicht um Kredite, sondern um Zuschüsse, also Mittel, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Sie unterstützen besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen im Globalen Süden dabei, sich an die Folgen der Klimakrise anzupassen.

Ute Sudmann, Bereichsleiterin für zukunftsfähige Finanzflüsse bei Germanwatch, betont: „Wir beobachten derzeit den Trend, dass Industrieländer ihre begrenzten öffentlichen Mittel zunehmend in Initiativen lenken, die private Gelder – meist Kredite – mobilisieren sollen. Der jüngste UN-Bericht zur Anpassung zeigt jedoch klar, dass der Privatsektor höchstens 15 bis 20 Prozent der nötigen Mittel für Anpassung bereitstellen kann. Für die restlichen 80 bis 85 Prozent bleibt zuschussbasierte Finanzierung – wie sie der Anpassungsfonds bietet – unverzichtbar. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass viele Anpassungsprojekte z.B. im Hochwasserschutz oder für Frühwarnsysteme keine Renditen abwerfen und Investitionen in besonders verletzlichen Ländern sehr risikoreich sind. Aber gerade hier ist die Notwendigkeit für die Anpassung an den Klimawandel besonders hoch.“ 

Grafik: Logo COP30, UNFCCC, public domain, via Wikimedia Commons

Quelle: germanwatch.org

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