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EU-Afrika-Gipfel: GfbV fordert Kurswechsel

Foto: Ansicht von Luanda, Angola. By Fabio Vanin, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Göttingen. – Vor dem EU-Afrika-Gipfel in Luanda (24./25. November) fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) von der Europäischen Union einen „längst überfälligen Bruch mit neokolonialen Strukturen“. „Europas Politik muss endlich auf Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten beruhen – nicht auf Ausbeutung und Doppelmoral. Europa muss aufhören, seine politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Krisen auf den Globalen Süden abzuwälzen. Afrikanische Gesellschaften zahlen den Preis für unseren Wohlstand“, erklärte Sarah Reinke, Leiterin der Menschenrechtsarbeit der GfbV.

„Mit Blick auf den Krieg im Sudan verlangen wir sofortige Sanktionen gegen die Kriegsparteien und ihre Waffendealer, unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Menschen brauchen sichere Fluchtkorridore. Diplomatische Appelle reichen nicht mehr – Europa muss handeln und Menschenleben schützen“, so Reinke.

In Tansania sei Europa mitverantwortlich für die Vertreibung zehntausender indigener Maasai – vorgeblich für Klima-, und Naturschutz, so die GfbV. „Tatsächlich werden die Menschen gewaltsam aus ihrer Heimat gedrängt, um Jagd-Tourismus und wissenschaftlich fragwürdigen CO2-Ausgleichsprojekten Platz zu machen“, kritisierte Laura Mahler, GfbV-Referentin für Subsahara-Afrika.

Auch beim namibischen Hyphen-Projekt zur Produktion von grünem Wasserstoff erkennt sie koloniale Kontinuitäten: „Gemeinschaften wie die indigenen Nama, denen das Land unter deutscher Kolonialherrschaft geraubt wurde, werden bei allen zentralen Entscheidungen übergangen. Europa sichert seine Energieversorgung durch eine neue Form der Ausbeutung.“ Die Bevölkerung vor Ort müsse mitreden dürfen und fair an Gewinnen und Infrastrukturentwicklung beteiligt werden.

Zudem fordert Mahler ein Ende der EU-Unterstützung für die marokkanische Besatzung der Westsahara: „Europäische Unternehmen und EU-Staaten profitieren von Fischerei-, Energie- und Rohstoffabkommen, die ohne Zustimmung des sahrauischen Volkes abgeschlossen wurden – und obwohl der Europäische Gerichtshof in mehreren Urteilen bestätigt hat, dass das Gebiet nicht Teil Marokkos ist. Auch an der Ausbeutung der letzten Kolonie Afrikas ist die EU munter beteiligt.“

In einem Schreiben der GfbV an die EU-Außenminister heißt es: „Eine gerechte und zukunftsfähige EU-Afrika-Politik setzt voraus, dass europäische Probleme – ob Energie, Ressourcen oder Emissionen – nicht länger auf den Globalen Süden ausgelagert werden, und dass afrikanische Stimmen, Rechte und Perspektiven im Zentrum jeder Entscheidung stehen.“

=> EU/Afrika Gipfel

Quelle: gfbv.de

Foto: Ansicht von Luanda, Angola. By Fabio Vanin, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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