Home / Home / Angriffe auf Schulen in fünf Jahren verdreifacht

Angriffe auf Schulen in fünf Jahren verdreifacht

Grafik: Schutz von Schulen vor Angriffen. Screenshot by epo.de

Berlin/Nairobi. – Trotz einer internationalen Vereinbarung zum Schutz von Bildungseinrichtungen hat sich die Zahl der Angriffe auf Schulen, Lehrkräfte und Schulkinder in Konfliktgebieten in den letzten fünf Jahren verdreifacht. Das zeigt eine Analyse von Save the Children anlässlich der internationalen Konferenz zur Safe Schools Declaration in Nairobi.

Die Erklärung zum Schutz von Schulen wurde vor zehn Jahren verabschiedet und inzwischen von 122 Staaten unterzeichnet. Dennoch sei die Gefahr für Kinder gestiegen, während des Schulbesuchs angegriffen zu werden, erklärte Save the Children. Im vergangenen Jahr seien weltweit 2.445 Angriffe auf Schulen bestätigt worden, mehr als dreimal so viele wie im Jahr 2020. Dazu zählten die Tötung und Entführung von Lehrkräften und Schulkindern, Luftangriffe, die Besetzung von Schulen durch bewaffnete Gruppen und sexualisierte Gewalt gegen Schulkinder innerhalb von Bildungseinrichtungen. Laufende Analysen deuteten darauf hin, dass die gemeldeten Angriffe im Jahr 2025 weiter zugenommen haben.

Allein in der vergangenen Woche verdeutlichten zwei Angriffe auf Schulen in Nigeria die Bedrohung: Am 21. November wurden mehr als 300 Kinder und Lehrkräfte aus einer Schule im nigerianischen Bundesstaat Niger entführt. Vier Tage vorher wurden mindestens 25 Schülerinnen aus einem Internat im benachbarten Bundesstaat Kebbi verschleppt.

Ein Weckruf

„Die jüngsten Entführungen in nigerianischen Schulen müssen ein Weckruf sein“, sagt Duncan Harvey, Länderdirektor von Save the Children Nigeria. „Verpflichtungen auf dem Papier reichen nicht aus – Kinder brauchen jetzt Schutz.“

„Kein Kind sollte jemals zwischen Lernen und Überleben wählen müssen“, fügt Chantal Mutamuriza, Expertin für humanitäre Hilfe und Bildung bei Save the Children, hinzu, die an der Konferenz zur Erklärung zum Schutz von Schulen teilnehmen wird. „Weltweit haben Millionen von Kindern miterlebt, wie ihre Klassenzimmer in Schutt und Asche gelegt wurden. Über 120 Regierungen haben die Erklärung zum Schutz von Schulen unterzeichnet. Einige haben bereits mit der Umsetzung begonnen und gezeigt, dass Fortschritte möglich sind. Kinder sind darauf angewiesen, dass wir handeln. Alle Staaten müssen diese Erklärung unterzeichnen, umsetzen und dafür sorgen, dass bei Verstößen im Bildungsbereich Rechenschaft abgelegt wird. Schulen zu schützen bedeutet, die Zukunft zu schützen, und wenn wir dies nicht tun, haben die Folgen Auswirkungen auf Generationen.“

Sudan besonders betroffen

Besonders betroffen ist der Sudan, wo seit Beginn des Konflikts im April 2023 eine der schlimmsten Bildungskrisen weltweit herrscht. Da die meisten Schulen schließen mussten, könnten mehr als drei Viertel der 17 Millionen Kinder im schulpflichtigen Alter nicht zur Schule gehen, so Save the Children. Für viele werde es immer unwahrscheinlicher, dass sie jemals ihre Bildung abschließen können. Es sei eine Krise, die die Zukunft einer ganzen Generation beeinträchtigt.

Auch der Krieg in der Ukraine führt dazu, dass fast ein Fünftel aller Kinder – rund 930.000 Kinder – nicht mehr in Vollzeitpräsenz zur Schule gehen können. Kinder werden durch Luftalarm aus dem Unterricht gerissen, müssen in Luftschutzkellern lernen oder von zu Hause aus an Online-Unterricht teilnehmen.

Save the Children fordert die Staats- und Regierungschefs auf, Schulen zu sicheren Orten für Kinder zu machen, Schulkinder und Fachkräfte vor Angriffen zu schützen und die Nutzung für militärische Zwecke einzuschränken. Die Kinderrechtsorganisation setzt sich für sichere Lernorte für Kinder in Konflikt- und Krisengebieten ein und stellt diese zusammen mit Gesundheitsprogrammen und weiteren lebensrettenden Maßnahmen bereit.

Grafik: Schutz von Schulen vor Angriffen. Screenshot by epo.de

Quelle: savethechildren.de

Markiert:

Login

Neue Jobs bei epojobs.eu

Bannerwerbung

Banner GNE Witzenhausen

Newsletter abonnieren!

Subscription Form

Events

Anstehende Events

Tags

Afrika Armut Bildung BMZ Brasilien CO2 Coronavirus Deutschland Entwicklungsfinanzierung Entwicklungshilfe Entwicklungspolitik Entwicklungszusammenarbeit Ernährung Europäische Union EZ Fairer Handel Flüchtlinge Gesundheit Humanitäre Hilfe Hunger Jemen Katastrophen Kinder Klimagipfel Klimakrise Klimaschutz Kolumbien Konflikte Kriege und Konflikte Landwirtschaft Medien Menschenrechte Migration Nachhaltigkeit News Nothilfe Oxfam Pressefreiheit Sudan Syrien Umwelt UNO USA Wahlen Weltwirtschaft