Osnabrück. – Terre des Hommes hat die geplante Umstrukturierung im Auswärtigen Amt scharf kritisiert. Sie ziele darauf ab, die humanitäre Hilfe deutschen Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen unterzuordnen, erklärte die Kinderrechtsorganisation in Osnabrück.
Die Auflösung der Abteilung für Krisenprävention, Friedensförderung und humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt werde zur Folge haben, «dass die für Millionen Menschen überlebenswichtige Hilfe einer geopolitischen »Deutschland First«-Logik untergeordnet wird», kritisiert Terre des Hommes.
«Deutschland hat sich jahrzehntelang als verlässlicher Partner den humanitären Prinzipien verpflichtet, weltweit Menschen zu helfen, die in größter Not sind, und sich damit einen sehr guten Ruf erworben. Die jüngsten Entscheidungen der Bundesregierung gehen allerdings vollkommen in die falsche Richtung», sagte Joshua Hofert, Vorstandssprecher von Terre des Hommes. »Neben der Umstrukturierung wurden im Bundeshaushalt die Mittel für humanitäre Hilfe halbiert. Lebensnotwendige Hilfe für Menschen wird weiter heruntergefahren und damit auch weniger wirksam sein.»
Eine ausschließlich an wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen ausgerichtete Außenpolitik steht aus der Sicht von Terre des Hommes in starkem Widerspruch zu den humanitären Prinzipien Menschlichkeit, Neutralität und Unparteilichkeit. Die Leidtragenden seien beispielsweise Menschen in Myanmar, wo rund 20 Millionen Menschen dringend Hilfe benötigten, darunter acht Millionen Kinder. «Eine Umstrukturierung mit diesem Ergebnis kann unmöglich als Erfolg gewertet werden», sagte Hofer.
Neben der Herabsetzung und dem Bedeutungsverlust der humanitären Hilfe sei derzeit unklar, wie mit der neuen Struktur die Strategie der Bundesregierung für die humanitäre Hilfe im Ausland einheitlich umgesetzt werden solle. »Zivilgesellschaft ist eine wichtige Säule der humanitären Hilfe. Daher hätten wir uns gewünscht, dass das Auswärtige Amt mit uns gemeinsam Lösungsvorschläge erarbeitet, anstatt mit der Reform vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden«, so Joshua Hofert.
Foto: Auswärtiges Amt in Berlin. By Manfred Brückels, CC BY-SA 2.0 DE, via Wikimedia Commons
Quelle: tdh.de







