Berlin. – Umweltverbände, Tierschützer, Rettungskräfte und Polizei sind für ein Böllerverbot zu Silvester. 60 Prozent der deutschen Bevölkerung votieren laut einer Forsa-Umfrage ebenfalls für ein Verbot von privatem Feuerwerk. In jedem Jahr werden Menschen getötet oder verstümmelt, Haustiere und Wildtiere durch die Knallerei traumatisiert. Dennoch werden auch in diesem Jahr wieder mindestens 200 Millionen Euro für Feuerwerk ausgegeben. Geld, das sinnvoller eingesetzt werden könnte.
Brot für die Welt tritt seit Jahren dafür ein, das Geld zu spenden statt es für Feuerwerkskörper zu verschwenden. „Der Spaß an einem Feuerwerk währt nur kurz. Die Freude, die durch das Unterstützen entsteht, ist von Dauer und das Strahlen nachhaltiger“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt. „Immer mehr Menschen begehen Silvester lieber leiser und nachhaltiger. Wie wäre es, dieses Jahr gemeinsam weniger Feuerwerk zu zünden und stattdessen mit einer Spende für Menschen in Not das Jahr ausklingen zu lassen. Eine Spende, die Hoffnung stiftet und Perspektiven schafft.“
Seit mehr als 40 Jahren engagieren sich Gemeinden und Menschen in Deutschland für die Aktion „Brot statt Böller“. „Die Zeit zum Spenden ist jetzt, denn die Herausforderungen bleiben immens“, erklärt Brot für die Welt: „Weltweit hungern rund 700 Millionen Menschen, etwa 120 Millionen wurden gewaltsam vertrieben. Der Bedarf an Unterstützung wird auch im neuen Jahr groß sein. Wie konkret auch kleine Spenden Leben verändern können, zeigt ein Blick in die Partnerprojekte von Brot für die Welt: In Peru ermöglichen schon 20 Euro die Materialien für fünf selbstgebaute Gartensprinkler, mit denen Familien ihre Gemüsebeete bewässern. Mit 36 Euro lässt sich Gemüsesaatgut für drei 50-Quadratmeter-Gärten erwerben und mit 148 Euro ein Wassertank, der Regenwasser auffängt.“
Petition der GdP
Mehr als 2,6 Millionen Menschen haben eine Petition der Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterzeichnet, die ein bundesweites Böllerverbot fordert. In der Silvesternacht 2024 wurden fünf Menschen durch Böller getötet, hunderte weitere verletzt. Polizei- und Rettungskräfte werden angegriffen und mit Raketen beschossen.
Mit der Petition „#böllerciao“ fordern rund 60 Organisationen, vorwiegend aus dem Umwelt- und Tierschutz, ein Böllerverbot. Die federführende Deutsche Umwelthilfe beklagt enorme Schäden für die Umwelt durch tausende Tonnen Böller-Müll und Feinstaub. Millionen Haustiere und Wildtiere geraten durch Böller und Raketen in Angst und Panik – bis hin zum Herzinfarkt.
Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden allein in den ersten neun Monaten des Jahres 42.400 Tonnen Feuerwerkskörper nach Deutschland eingeführt wurden – über 60 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, appellierte deshalb eindringlich an die Politik: „Die Innenminister von Bund und Ländern müssen endlich handeln und die Bevölkerung vor den Gefahren der Knallerei schützen.“
Quellen: brot-fuer-die-welt.de | innn.it/boellerverbot | #böllerciao
Foto: Screenshot der Initiative „Böllerciao“






