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Bundesregierung soll bei humanitärer Hilfe umdenken

Foto: Dagmar Pruin. © Stefanie Loos/Diakonie

Berlin. – Die Diakonie Katastrophenhilfe hat die deutsche Bundesregierung zu einem Umdenken bei der humanitären Hilfe im neuen Jahr aufgefordert: „Wer humanitäre Hilfe finanziell schwächt und humanitäre Herausforderungen ignoriert, erhöht die Gefahr neuer Krisen in der Welt“, erklärte die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Dagmar Pruin.

Für die humanitären Krisen in der Welt müssten 2026 endlich mit Nachdruck tragfähige Lösungen gefunden werden, so die Diakonie Katastrophenhilfe. „Der Krieg im Sudan ist vermeidbar. Deutschland muss gemeinsam mit anderen Ländern stärkeren diplomatischen Druck auf die Kriegsparteien und die sie unterstützenden Länder ausüben. Völkerrechtsverbrechen wie in Al-Faschir dürfen sich nicht wiederholen“, fordert Pruin und mahnt: „Wenn Hilfsorganisationen keinen Zugang zu Menschen in Not bekommen, fällt nicht nur Hilfe weg, sondern auch Evidenz darüber, was in Konflikten passiert. Das hat fatale Auswirkungen auf künftige Konflikte, da es die Hemmschwelle für humanitäre Völkerrechtsverstöße oder Kriegsverbrechen weiter senkt“, sagte Pruin. Auch fast drei Monate nach der Eroberung der Stadt Al-Faschir in der sudanesischen Provinz Darfur sind nur wenige Informationen bekannt, wie viele Menschen dort getötet worden sind.

Dagmar Pruin warnte davor, den chronischen Mangel an internationalen Hilfsgeldern zu akzeptieren: „Der Hilfsplan der Vereinten Nationen ist ein Eingeständnis zunehmender Hilflosigkeit. Von rund 240 Millionen Menschen in Not sollen nur noch rund ein Drittel lebensrettende Hilfe erhalten. Es ist niemandem geholfen, wenn wir uns die Welt schöner rechnen, als sie ist – die internationale Gemeinschaft lässt Menschen wissentlich sterben“, so Pruin. Laut UN-Plan soll 65 Millionen Menschen weniger geholfen werden als im Jahr 2025. Die Zahl der bewaffneten Konflikte ist mit rund 60 hingegen auf dem höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg.

Trotz der negativen Entwicklungen blickt Dagmar Pruin auch dankbar auf das Vorjahr zurück: „Die Spenderinnen und Spender der Diakonie Katastrophenhilfe haben im vergangenen Jahr wieder den Grundstein dafür gelegt, damit unsere Hilfe weltweit ankommt. Hilfe für wachsende Not kann aber nicht zunehmend auf den Schultern solidarischer Menschen und Unternehmen in Deutschland lasten, sondern muss von staatlicher Seite stärker unterstützt werden. Dafür erwarte ich von der Bundesregierung eine Kehrtwende: die massiven Kürzungen müssen zurückgenommen werden, die weltweiten Konflikte erfordern mehr humanitäres Engagement Deutschlands. Die Bundesregierung sollte ein Signal an europäische Partner senden, dass humanitäre Hilfe nicht politischen Interessen untergeordnet wird.“

Foto: Dagmar Pruin. © Stefanie Loos/Diakonie

Quelle: diakonie-katastrophenhilfe.de

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