Bonn/Kyjiv. – 2025 war das tödlichste Jahr für Zivilist:innen in der Ukraine seit der Eskalation des Krieges vor rund vier Jahren. Besonders Angriffe auf zivile Energie- und Heizinfrastruktur treffen die Bevölkerung derzeit hart. Allein in Kyjiv seien mehr als 5.600 Gebäude ohne zentrale Wärmeversorgung, was etwa der Hälfte des Wohnungsbestands der Hauptstadt entspricht, meldete Help.
„Auch in diesem Winter sind die Menschen in der Ukraine weiterhin mit extrem schwierigen Bedingungen konfrontiert. Die Attacken auf das ukrainische Energiesystem nehmen immer mehr zu. Die Folgen sind dramatisch: Stromausfälle, eingeschränkte Wasser- und Heizversorgung und damit zusätzliche Risiken für die betroffenen Menschen, insbesondere bei aktuell bis zu minus 25 Grad Celsius“, sagte Oleksandr Novykov, Help-Landesdirektor in der Ukraine.
Energieausfälle verschärfen humanitäre Not
Durch extreme Kälte und Stromausfälle platzen Wasserleitungen in Heizsystemen, was weitere Schäden an der Infrastruktur verursacht. „Auch in unserem Büro in Kyjiv ist die Heizleistung stark eingeschränkt, sodass selbst Arbeitsräume kaum warmzuhalten sind“, berichtete Novykov. „Die Bevölkerung leidet nicht nur unter Angriffen, sondern durch die aktuellen Energieausfälle auch unter lebensbedrohlichen Winterbedingungen. Hier muss jetzt schnell mehr Nothilfe geleistet werden.“
Help unterstützt seit 2021 direkt und gemeinsam mit zahlreichen ukrainischen Partnerorganisationen die Menschen in der Ukraine. Dabei leistet Help gemeinsam mit lokalen Partnern in Gemeinden Hilfe und hält wichtige Infrastruktur und Wärmestuben dort funktionsfähig, wo sie am dringendsten benötigt werden. In den Regionen Charkiw, Sumy, Tschernihiw, Saporischschja und Cherson etwa wird Kraftstoff bereitgestellt, damit die lokalen Behörden und kommunalen Einrichtungen die Heizung und die grundlegenden Dienstleistungen während der Stromausfälle aufrechterhalten können. Zudem verteilt Help Heizmaterial, warme Mahlzeiten und repariert Infrastruktur, um den Menschen Schutz vor der Kälte zu bieten. Help hat nach eigenen Angaben bereits rund 6,2 Millionen Menschen in der Ukraine dabei geholfen, die Folgen des Krieges zu bewältigen.
Karte: Lencer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Quelle: help-ev.de







