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Lage für syrische Flüchtlinge in der Türkei prekär

Erdbeben (Symbolbild)

Berlin. – Drei Jahre nach den verheerenden Erdbeben in der Türkei sind zwar vielerorts Trümmer beseitigt und der Wiederaufbau vorangeschritten, doch insbesondere syrische Geflüchtete leben nach wie vor in Unsicherheit. Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union (EU) leisten Partner der Diakonie Katastrophenhilfe psychosoziale Hilfe und setzen Schutzmaßnahmen um.

Die schrittweise Schließung von Containercamps, die im Rahmen der türkischen Erdbebenhilfe für Hunderttausende Betroffene errichtet wurden, hat viele Familien ohne ein Dach über dem Kopf zurückgelassen. Während türkische Staatsangehörige häufig dauerhaft umziehen konnten, haben syrische Geflüchtete kaum Zugang zu bezahlbarem Wohnraum. Rund 1,7 Millionen Syrer*innen lebten zum Zeitpunkt der Erdbeben in der Region, die meisten in angemieteten Unterkünften, von denen es seitdem zu wenige gibt.

Die Folge: Stark gestiegene Mieten, Wohnungsmangel und Einschränkungen bei der Wohnsitzanmeldung zwingen viele syrische Familien in überfüllte und unsichere Unterkünfte. „Teilweise leben zwei, drei oder mehr Familien in einer Wohnung. Während einige Familien langsam wieder Kontrolle über ihren Alltag gewinnen, ist vor allem für syrische Geflüchtete die Zeit seit Februar 2023 praktisch stehen geblieben“, sagt Miray Müge Yücel, Programmkoordinatorin der Diakonie Katastrophenhilfe für die Türkei.

In sogenannten „geschlossenen Vierteln“, in denen auch Geflüchtete leben, sei eine offizielle Anmeldung für Geflüchtete nicht mehr möglich. Dadurch blieben ihnen grundlegende Rechte verwehrt: Kinder könnten nicht zur Schule gehen, und der Zugang zu Gesundheitsversorgung sei stark eingeschränkt. Anfang dieses Jahres wurde das Krankenversicherungssystem wegen Überlastung geändert. Selbst für registrierte Geflüchtete ist dadurch der Zugang zur medizinischen Versorgung noch schwerer geworden.

Rückkehr mit neuen Risiken

Nach dem Machtwechsel in Syrien sind viele syrische Familien in der Hoffnung auf einen Neuanfang freiwillig zurückgekehrt. Doch auch die prekären Lebensbedingungen in der Türkei zwingen einige Familien zur Rückkehr. Hilfsorganisationen berichten, dass mehrere Familien später irregulär wieder in die Türkei einreisen mussten, weil ein Neuanfang in der Heimat zu unsicher oder gefährlich war.

„Ohne nachhaltige Wohnlösungen, inklusive politische Ansätze und kontinuierliche Unterstützung drohen vielen von den Beben betroffenen Familien – insbesondere Geflüchteten – Armut und Ausgrenzung“, warnt Yücel. Deshalb setzt die Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, Support to Life (STL), in den Provinzen Adıyaman, Kahramanmaraş und Hatay verstärkt auf individuelle Fallbetreuung. STL bietet Informationsveranstaltungen zu Gewaltprävention, psychosozialer Unterstützung und den Rechten von Geflüchteten an. Die Hilfe erreicht mehr als 11.000 Menschen und wird durch Mittel der Europäischen Union ermöglicht.

Quelle: diakonie-katastrophenhilfe.de

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