Bonn. – Vor 15 Jahren, am 15. März 2011, ist der Krieg in Syrien ausgebrochen. Die Gewalt hat im Land tiefe physische und psychische Gräben hinterlassen. Auch nach dem Regierungswechsel sind noch immer über 16 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als 90 Prozent der syrischen Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, und Rückkehrer:innen stehen oft vor dem Nichts, berichtet die Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe.
„Wenn der Wiederaufbau Syriens gelingen soll, müssen wir jetzt in die Zukunft des Landes investieren: Kinder- und Jugendförderung, psychosoziale Unterstützung und Schutzmaßnahmen sind essenziell, um Kriegstraumata zu bewältigen und nach Jahren der Zerrissenheit den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Neben innerer Sicherheit und der Sicherung der Grundversorgung gehören auch flächendeckende Bildungsangebote zu den dringendsten Bedarfen. Nur so können wir unser Land selbst wiederaufbauen und auch Rückkehrer:innen eine Perspektive ermöglichen“, sagt Mirna Abboud, Syrien-Länderdirektorin der internationalen Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe.
Unterstützung in Syrien bedeutet heute weit mehr als nur akute Nothilfe. Nach Jahren der Gewalt rückt der nachhaltige Wiederaufbau in den Mittelpunkt: Strom- und Wasserversorgung sowie der Zugang zu Gesundheitsdiensten müssen wiederhergestellt werden.
Wiederaufbau braucht langfristige Unterstützung
„Um Menschen in ihren Heimatregionen eine Existenzsicherung und eigenes Einkommen zu ermöglichen, schulen wir etwa Kleinbäuer:innen in ökologischen und klimaangepassten Anbau- und Bewässerungsmethoden. Zusätzlich verteilen wir Saatgut sowie Equipment und setzen Wasserleitungen instand. Solche Maßnahmen eröffnen wirtschaftliche Perspektiven, stärken die Gemeinschaften vor Ort und verringern die Abhängigkeit von externer Hilfe. Gerade in diesem Bereich ist jetzt deutlich mehr Unterstützung dringend notwendig“, fordert Abboud.
Nach 15 Jahren Krieg und Konflikt kann der ganzheitliche Wiederaufbau nur gelingen, wenn Frieden herrscht und internationale Akteure gemeinsam mit lokalen Organisationen nachhaltige Strukturen aufbauen. Help setzt dabei konsequent auf das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützt seit 2008 gemeinsam mit lokalen Hilfsorganisationen Menschen in Syrien dabei, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern. Bisher konnte Help so mehr als 1,3 Millionen Menschen helfen.
Foto: Help-Generalsektretär Zuber vor Ruinen in Syrien. © Help e.V.
Quelle: help-ev.de







