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Nahrungsmittelhilfe: CARE USA erhält Lob für Abkehr von der Vermarktung von US-Überschüssen

CAREBerlin/Washington (epo.de). – Die Entscheidung des Hilfswerkes CARE USA, künftig kein Getreide aus der US-Überschussproduktion mehr für Nahrungsmittelhilfe in armen Ländern zu verwenden, ist international auf Zustimmung gestoßen. Dies sei ein „wichtiger Anstoß, die reformbedürftige internationale Nahrungsmittelhilfe-Konvention neu zu verhandeln“, erklärte der bündnisgrüne Bundestagsabgeordnete und Entwicklungsexperte Thilo Hoppe.

US-amerikanische Hilfsorganisationen folgen der gängigen Praxis, in Katastrophenfällen wie aktuell dem Erdbeben in Peru oder den Überschwemmungen in Südasien Getreide aus den USA zur Nothilfe einzusetzen. Das Getreide wird von der US-Regierung aufgekauft, in das jeweilige Land verschifft und dort an US-Hilfsorganisationen übergeben. Diese verkaufen das Getreide zu Niedrigpreisen auf dem lokalen Markt und finanzieren aus den Einnahmen ihre Arbeit vor Ort.

„Die Profiteure dieser paradoxen Methode – Agrarindustrie, Reedereien und eine kleine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen – haben es bisher verstanden, eine Neuausrichtung der US-Nahrungsmittelhilfe zu verhindern“, erklärte Thilo Hoppe. „Umso spektakulärer ist daher die Ankündigung des US-Hilfswerkes CARE, künftig auf Nahrungsmittelspenden der US-Regierung im Wert von etwa 45 Millionen Dollar jährlich zu verzichten.“

CARE USA hatte die Entscheidung damit begründet, die Praxis der „direkten“ Nahrungsmittelhilfe nehme den Bauern vor Ort ihre Märkte, weil sie mit den zu Dumpingpreisen verkauften amerikanischen Agrarimporten nicht konkurrieren könnten. Die Kosten dieser „gebundenen Hilfe“ lägen häufig um 30 bis 50 Prozent höher als beim Kauf von Getreide auf den Märkten in der Region, in der der Bedarf auftritt.

Die Nahrungsmittelhilfe der EU sei inzwischen weitestgehend von eigenen Überschüssen entkoppelt und verstärkt mit Programmen zur Ernährungssicherheit verbunden, sagte Thilo Hoppe. Die europäischen Gebernationen lieferten Nahrungsmittel nur noch selten selbst, sondern stellten in der Regel Geld bereit, mit dem in den Krisengebieten oder in Nachbarregionen die Lebensmittel eingekauft werden. Dies gebe auch wichtige Entwicklungsimpulse für die Landwirtschaft vor Ort und zerstöre nicht die regionalen Märkte.

2008 solle die Nahrungsmittelhilfe-Konvention, in der 23 Gebernationen jährliche Mindestlieferverpflichtungen und Kriterien für Nahrungsmittelhilfe festgelegt haben, neu verhandelt werden, so Hoppe. „Der Reformbedarf ist groß: mehr Transparenz, Effizienz und Flexibilität sind gefordert. Zudem muss die Mitgliederstruktur überdacht werden. Bisher gehören weder die Regierungen der Empfängerländer noch andere wichtige Stakeholder wie UN-Agenturen oder NGOs der Konvention an. Als Grundlage für eine inhaltliche Erneuerung sollten die 2004 von der Welternährungsorganisation (FAO) verabschiedeten freiwilligen Leitlinien zur Umsetzung des Rechts auf Nahrung dienen.“

www.care.org
www.gruene-bundestag.de

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