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Vereinte Nationen warnen vor Wasserbankrott

Foto: Mobile Wasserversorgung in Indien. By Arne Hückelheim, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Berlin. – Die Vereinten Nationen warnen rund um den Weltwassertag vor einem unumkehrbaren Verlust von Süßwasserreserven – einem sogenannten Wasserbankrott. Unter dem Motto „Wo Wasser fließt, wächst Gleichberechtigung“ steht dieses Jahr der sichere Zugang zu Trinkwasser und zu sanitären Anlagen insbesondere für Frauen und Mädchen im Fokus. Brot für die Welt fordert vor diesem Hintergrund eine geschlechtergerechte Transformation der Wasserversorgung.

Weltweit nimmt der Wasserstress so massiv zu, dass die Vereinten Nationen eine Ära des sogenannten Wasserbankrotts befürchten. Das bedeutet, dass der Süßwasserbedarf die vorhandenen Ressourcen und die Grundwasserneubildung unumkehrbar übersteigt. Ursachen hierfür sind unter anderem der Klimawandel, Bodendegradation und Entwaldung. Schon jetzt leiden laut den Vereinten Nationen etwa vier Milliarden Menschen mindestens einen Monat im Jahr unter schwerer Wasserknappheit. Nahezu drei Viertel der Weltbevölkerung leben mittlerweile in Ländern, die als wasserunsicher oder kritisch wasserunsicher eingestuft werden. Sie haben unregelmäßig oder gar keinen Zugang zu ausreichendem, sicherem und bezahlbarem Wasser zum Trinken, für die Sanitärversorgung und Hygiene.

Diese Entwicklungen betreffen nicht alle Menschen gleich. Die weltweit mehr als eine Milliarde Frauen, die keinen Zugang zu sicher verwalteten Trinkwasserversorgungssystemen haben, sind besonders betroffen. Für schwangere und stillende Frauen sowie menstruierende Frauen und Mädchen ist Wassermangel und der fehlende Zugang zu ausreichender Sanitärversorgung ein großes Problem. Sie sind besonders auf die Verfügbarkeit von sanitären Einrichtungen in Schulen und an ihren Arbeitsplätzen angewiesen. Für Frauen auf der Flucht ist mangelndes Wasser eine zusätzliche Bürde. Insgesamt kann der Mangel an Möglichkeiten zur Hygiene für Frauen und Mädchen im Extremfall auch lebensbedrohlich sein.

Ein Gerechtigkeitsproblem

Dazu sagte Dr. Ingrid Jacobsen, Referentin für Ernährungssicherheit, Klima und Landwirtschaft bei Brot für die Welt: „Die Wasserkrise ist ein Gerechtigkeitsproblem mit tiefgreifenden sozialen und politischen Auswirkungen. Das Menschenrecht auf Wasser muss geschützt und umgesetzt werden – Kleinbäuerinnen, indigene Gruppen, einkommensschwache Stadtbewohnerinnen, Frauen und Jugendliche müssen besonders geschützt werden. Frauen müssen außerdem die Zukunft der Wasserversorgung gleichberechtigt mitgestalten“.

Wie sehr sicherer Zugang zu sauberem Wasser den Alltag von Frauen erleichtern kann, zeigt ein Wasserprojekt einer Partnerorganisation von Brot für die Welt in Simbabwe. Die Landwirtin Beauty Nyathi sagt darüber: „Früher haben wir schmutziges Wasser aus dem Fluss geholt, das für die Familie nicht sicher war. Jetzt können wir einfach zur Wasserstelle gehen und Wasser aus den Hähnen zapfen […]. Dieses Projekt hat meine Stellung als Frau verbessert. Ich habe mehr Zeit, um mich zum Beispiel weiterzubilden“

Brot für die Welt fordert vor diesem Hintergrund eine geschlechtergerechte globale Wasseragenda. Die Wasserkonferenz der Vereinten Nationen vom 2.-4. Dezember 2026 in Abu Dhabi bietet, ebenso wie die UN-Wasserkonferenz 2028 und die Agenda 2030, eine Gelegenheit dazu die Transformation der Wasserversorgung anzugehen.

Quelle: brot-fuer-die-welt.de

Foto: Mobile Wasserversorgung in Indien. By Arne Hückelheim, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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