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Caritas warnt vor wachsender Gewalt gegen Zivilisten

Foto: Binnenvertriebene in Nord-Darfur. By USAID, Public domain, via Wikimedia Commons

Freiburg. – Angesichts weltweit steigender Opferzahlen in bewaffneten Konflikten warnt Caritas international vor einer zunehmenden Gefährdung der Zivilbevölkerung. Die Zahl getöteter Frauen und Kinder hat sich in den letzten Jahren vervierfacht. Allein 2025 starben 388 humanitäre Helfer im Einsatz.

„Militärische Angriffe erfolgen immer häufiger ohne ausreichende Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Das humanitäre Völkerrecht wird in vielen Konflikten missachtet. Angriffe auf zivile Infrastruktur und humanitäre Helferinnen und Helfer werden dabei billigend in Kauf genommen“, sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international. „Wir erleben derzeit eine bislang nicht gekannte Regellosigkeit.“

Die wachsende Gefährdung der Zivilbevölkerung steht im Zusammenhang mit der stark gestiegenen Zahl bewaffneter Konflikte, die laut Uppsala Conflict Data Program im Jahr 2025 ein Rekordniveau erreicht hat. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den zivilen Opfern: Nach Angaben der Vereinten Nationen hat sich die Zahl der getöteten Frauen und Kinder zwischen 2020 und 2024 vervierfacht. Aber auch humanitäre Helferinnen und Helfer geraten zunehmend ins Visier: Mit 388 getöteten Einsatzkräften war 2025 das tödlichste Jahr seit Beginn der Datenerhebung.

Hilfsorganisationen im Visier

Besonders deutlich wird diese Entwicklung aktuell im Libanon. Dort berichten Caritas-Partner, dass die Sicherheitslage für Zivilisten und humanitäre Helfer zunehmend unberechenbar wird. Wiederholte Angriffe auf Wohngebiete und zivile Infrastruktur erschweren nicht nur das tägliche Leben der Bevölkerung, sondern behindern auch die Arbeit von Hilfsorganisationen massiv.

„Unsere Teams müssen Einsätze immer häufiger abbrechen oder verschieben, weil Luftangriffe in unmittelbarer Nähe von Hilfseinrichtungen stattfinden und Ziele im Umfeld medizinischer Zentren anvisiert werden“, so Müller. Viele Mitarbeitende der Caritas-Partner mussten auch selbst mit ihren Familien vor den Kämpfen fliehen. Der Pfarrer Pierre Al-Rahi, der im Süden des Libanon Caritas-Aktivitäten unterstützte, ist am 9. März bei einem Granateinschlag ums Leben gekommen, als er einer Familie seiner Gemeinde zu Hilfe kam, die bei einem Bombenangriff verletzt worden war.

„Wo Angriffe auf Wohnhäuser, Krankenhäuser oder Hilfseinrichtungen in Kauf genommen werden, ist eine klare Grenze überschritten – humanitär wie völkerrechtlich“, betont Oliver Müller.

Quelle: caritas-international.de

Foto: Binnenvertriebene in Nord-Darfur. By USAID, Public domain, via Wikimedia Commons

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