Berlin. – Steigende Ölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten treiben die Kosten für Transport, Treibstoff, Lebensmittel und medizinische Versorgung weltweit in die Höhe. Kinder in Krisengebieten erhalten dadurch weniger Nahrungsmittel zur Behandlung schwerer Mangelernährung und weniger medizinische Versorgung, berichtet Save the Children.
„Jeder zusätzliche Dollar, den wir wegen steigender Ölpreise ausgeben müssen, fehlt bei den Kindern, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Wir stehen unter massivem Druck: Während Hilfsbudgets gekürzt werden, steigen gleichzeitig die Kosten für jede Lieferung“, sagt Willem Zuidema, Leiter der globalen Lieferketten und Logistik bei Save the Children. „Wenn Treibstoff teurer wird, wird jede einzelne Lieferung teurer – von Lebensmitteln bis zu Medikamenten. Das bedeutet: Wir können weniger Kinder erreichen.“
Humanitäre Organisationen erstellen ihre Jahresbudgets auf der Grundlage globaler Inflationsprognosen und der voraussichtlichen Rohstoffkosten. Vor Beginn des Konflikts wurde für 2026 ein Ölpreis von etwa 60 US-Dollar pro Barrel erwartet, jedoch liegt der Preis bereits deutlich darüber. Nach Berechnungen von Save the Children bedeutet jeder Anstieg des Ölpreises um fünf US-Dollar pro Barrel, dass sich die Kosten für Transport, Treibstoff, Lebensmittel und medizinische Hilfsgüter um 340.000 US-Dollar pro Monat erhöhen. Das entspricht den Kosten für einen Monat Hilfe für fast 40.000 Kinder.
Steigende Transportkosten
Sollte sich der Konflikt hinziehen und die Ölpreise auf 130 US-Dollar pro Barrel treiben, prognostiziert das Modell von Save the Children einen Anstieg der Kosten für die Lieferung humanitärer Hilfsgüter um mehr als 33 Millionen US-Dollar (zwölf Prozent) im Jahr 2026.
Die Folgen zeigen sich schon jetzt in besonders betroffenen Ländern: Im Jemen sind die Transportkosten in einigen Fällen um mehr als 20 Prozent gestiegen. In Somalia, wo ein Großteil der Bevölkerung auf importierte Lebensmittel angewiesen ist, sind die Preise für Grundnahrungsmittel laut dem Welternährungsprogramm um 20 Prozent gestiegen.
Zugleich verzögern sich Hilfslieferungen aufgrund der Unterbrechung von Transportrouten. Lebenswichtige medizinische Güter für mindestens 410.000 Kinder – unter anderem im Sudan, in Afghanistan und im Jemen – erreichen ihr Ziel derzeit verspätet.
Save the Children fordert alle Konfliktparteien auf, ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht nachzukommen und den ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe zu gewährleisten.
Quelle: savethechildren.de
Foto: Hungernde in Rafa, Gaza. © WHO







