Berlin. – Sechs Millionen Menschen in Somalia sind zwischen April und Juni 2026 mit einer hohen akuten Ernährungsunsicherheit konfrontiert. Das geht aus der aktuellen Integrated Food Security Phase Classification (IPC) der Vereinten Nationen hervor. Darunter befinden sich 1,9 Millionen Menschen im Notfall (IPC Phase 4).
Im Vergleich zur letzten Untersuchung bedeutet dies einen Anstieg von mehr als einer halben Million Menschen in aktuter Ernährungsunsicherheit, so IPC.
In der Analyse des aktualisierten Projektionszeitraums April–Juni 2026 wurde festgestellt, dass sowohl die Ernährungssicherheit als auch die Ernährungsergebnisse schlechter sind als in der im Februar 2026 veröffentlichten Analyse vorhergesagt. Die Verschlechterung wird auf ausbleibenden Regen, starke Nahrungsmittelpreisspitzen im Zusammenhang mit dem Konflikt 2026 im Nahen Osten, die Abwertung des somalischen Schillings, konfliktbedingte Vertreibungen und steigende Hochwasserrisiken zurückgeführt.
1,9 Millionen Kinder unterernährt
Es wird erwartet, dass rund 1,88 Millionen Kinder in Somalia im Jahr 2026 eine Behandlung wegen akuter Unterernährung benötigen – 42.000 mehr als bisher prognostiziert. Der Bezirk Burhakaba hat die IPC AMN Phase 5 (Extrem kritisch) erreicht. In der Region besteht das Risiko einer Hungersnot.
Humanitäre Hilfe bleibt eine Lebensader, ist aber bei weitem nicht ausreichend. Sie erreicht nur 12 Prozent der Menschen in Phase 3 oder höher. Ein rascher und nachhaltiger Ausbau der multisektoralen Hilfe – insbesondere in Hotspot-Gebieten wie Burhakaba – sei dringend erforderlich, um eine weitere Verschlechterung und den Verlust von Menschenleben zu verhindern, so IPC.
Quelle: ipcinfo.org







