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Kongo: Ohne Frieden kein Schutz vor Epidemien

Grafik: NIAID, CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons

Aachen. – Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo zeigt nach Einschätzung des katholischen Hilfswerks Misereor eindrücklich, wie eng Gesundheitskrisen und bewaffnete Konflikte zusammenhängen. Besonders in den ostkongolesischen Provinzen Ituri, Nord- und Süd-Kivu breitet sich das Virus in einem Umfeld aus, das seit Jahren von Gewalt, Vertreibung und politischer Instabilität geprägt ist.

„Ebola ist nicht nur eine enorme medizinische Herausforderung – seine Ausbreitung wird auch durch den gewaltsamen Konflikt im Land begünstigt“, erklärt Astrid Meyer, Regionalreferentin für den Kongo bei Misereor. „Angst, Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und fehlender sicherer Zugang für medizinisches Personal in die Region untergraben Maßnahmen in der Bekämpfung der Epidemie.“

Nach Berichten von Misereor-Partnerorganisationen im Kongo erschweren anhaltende Kämpfe und die Präsenz zahlreicher Milizen die Eindämmung des Virus erheblich. Hilfsteams können vielerorts nicht arbeiten, Kontaktverfolgung ist teilweise kaum möglich. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu Angriffen auf Krankenhäuser und Behandlungszentren, Patienten fliehen aus Angst oder Misstrauen vor den Maßnahmen.

Versorgungslücken in umkämpften Gebieten

In den Regionen, die unter kongolesischer Militärverwaltung stehen oder von der M23 Miliz kontrolliert werden, ist eine verlässliche medizinische Versorgung kaum gewährleistet. Die ohnehin defizitären staatlichen Gesundheitsstrukturen sind dort infolge der verstetigten Krise weitgehend zusammengebrochen oder nicht präsent. „Die Leidtragenden sind die Menschen vor Ort“, so Misereor-Expertin Meyer. „Es fehlt oft jeder Zugang zu medizinischer Basisversorgung.“

Internationale Verantwortung wächst

Misereor sieht hier auch die Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft in der Pflicht. Deutschland habe bereits auf die Rolle Ruandas im Konflikt reagiert und Entwicklungszusammenarbeit überprüft bzw. neue Mittel ausgesetzt. „Das ist ein wichtiger Schritt – aber er reicht nicht aus“, betont Meyer. „Deutschland und die EU müssen ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss auf die kongolesische und ruandische Regierung konsequent nutzen, um die Gewalt im Ostkongo zu beenden und den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten.“

Nach Ansicht von Misereor muss kurzfristig allen betroffenen Regionen der Zugang zu humanitärer Hilfe ermöglicht werden. Darüber hinaus sollten lokale Gesundheitsstrukturen und Partnerorganisationen deutlich mehr unterstützt werden. Um eine nachhaltige Lösung herbeizuführen, müssten zudem diplomatische Initiativen zur Beendigung des Konflikts mit konsequentem politischen Druck auf alle Konfliktakteure verknüpft werden. In diesem Zusammenhang sollte die ökumenische Initiative („Pacte Social“), die einen inklusiven Dialog für Frieden und Versöhnung im Kongo und in der Region der Großen Seen fördert, gestärkt werden.

Die Misereor-Partnerorganisation BDOM Mahagi, ein Netzwerk aus 24 Gesundheitseinrichtungen – darunter fünf Krankenhäuser – verstärkt aktuell ihre Maßnahmen zur Bekämpfung des Infektionsgeschehens. Gleichzeitig wird das Personal gezielt geschult, um Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen und professionell zu behandeln.

Quelle: misereor.de

Grafik: Ebola-Virus. Public Domain, via Wikimedia Commons

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