Berlin. – Die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Reem Alabali Radovan, hat im Rahmen des Danktages für zurückgekehrte Fachkräfte aus Entwicklungsdienst und Zivilem Friedensdienst (ZFD) in Berlin deren Engagement gewürdigt. In ihrer Dankesrede betonte sie vor rund 200 Gästen den außerordentlich wichtigen Beitrag der Fachkräfte für Frieden, Gerechtigkeit und Demokratie – in Deutschlands Partnerländern und in Deutschland selbst.
Alabali Radovan hob die fundamentale Bedeutung und weltpolitische Relevanz eines langfristigen, zivilen Engagements in Krisenregionen hervor und warb für mehr Wertschätzung. Vertrauen aufzubauen, sei „eine der größten Leistungen, die Sie für unser Land erbringen. Denn Vertrauen ist die zentrale Voraussetzung für Frieden. Und Frieden ist die größte strategische Aufgabe unserer Zeit.“ Fachkräfte wüssten: „Krisen und Konflikte sind menschengemacht. Und deshalb ist auch Frieden menschengemacht. Frieden ist harte Arbeit, aber diese Arbeit ist gerade jetzt unverzichtbar. Dafür danke ich Ihnen und dafür verdienen Sie auch öffentlich mehr Anerkennung und Sichtbarkeit.“
Zum Ende der Rede forderte die Ministerin die zurückgekehrten Fachkräfte auf: „Tragen Sie die Geschichten weiter. Nutzen Sie die Netzwerke, die Sie aufgebaut haben, um auch hier zu Hause wieder für Frieden, Gerechtigkeit und Demokratie zu werben. In Schulen, in Vereinen, in Stammtischdebatten, über Social Media.“ Es sei gut zu zeigen wo und wie wir uns weltweit einsetzen und dass dieser Einsatz erfolgreich sei.
Auch UN danken Fachkräften
Auch von den Vereinten Nationen kommen Worte der Anerkennung für die zurückgekehrten Fachkräfte. In einem Grußwort von United Nations Volunteers (UNV) zum Danktag heißt es: „Ihr Engagement im Entwicklungsdienst und im Zivilen Friedensdienst zeigt ganz konkret, welchen Unterschied freiwilliges Handeln machen kann – für Frieden, für nachhaltige Entwicklung und für den Zusammenhalt über Grenzen hinweg. Genau das steht im Mittelpunkt des Internationalen Jahres der Freiwilligen für nachhaltige Entwicklung 2026.“
Eine Gleichung für den Frieden
Am Danktag diskutierten die Gäste mit zurückgekehrten Fachkräften in unterschiedlichen Gesprächsrunden über Friedensjournalismus, Environmental Peacebuilding, kommunale Konfliktbearbeitung und Frauenrechte – in der Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen im Globalen Süden und in Deutschland. In einem Beitrag der Rückkehrerin Ingeborg Tiemann wurde deutlich: Wichtig für Veränderung und Frieden sind Personen von außen, die nicht nur fachliche und methodische Kompetenz, sondern auch Zeit für Verständigung und Dialog mitbringen. Nur so könne Vertrauen entstehen – als Grundvoraussetzung für Veränderung.
Der Danktag der Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste (AGdD) und der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) würdigt den Einsatz von Fachkräften, die im Rahmen des Entwicklungsdienstes / Zivilen Friedensdienstes in Ländern des Globalen Südens arbeiten. Die Veranstaltung bietet eine Plattform für Austausch, Vernetzung und öffentliche Anerkennung ihres Engagements. Das Programm wurde von Claudia Lücking-Michel, AGIAMONDO eröffnet, gefolgt von einem ökumenischen Gottesdienst mit Prälatin Dr. Anne Gidion und Prälat Dr. Karl Jüsten. In den Podiumsgesprächen berichteten Rückkehrer*innen aus Israel/Palästina und dem Irak von ihrer Arbeit, Professor Jan Kizilhan (Universität Dohuk) schilderte den Ansatz der Partnerorganisation, Dagmar Pruin, Brot für die Welt, brachte die Perspektive der Träger der Entwicklungsdienste ein, Sascha Vogt, BMZ und Elisabeth Winkelmeier-Becker (MdB) ergänzten politische Blickwinkel. Das Schlusswort sprach Caroline Wiegand, Vorsitzende der AGdD.
Fachkräfte im Entwicklungsdienst / Zivilen Friedensdienst arbeiten und leben auf Basis eines Entwicklungshelfer-Dienstvertrags für eine befristete Zeit in einem Land des globalen Südens. Das Besondere am Entwicklungshelfer-Vertrag ist, dass die Arbeit als solidarischer Dienst definiert ist. Der Zivile Friedensdienst (ZFD) konzentriert sich auf Gewaltprävention, zivile Konfliktbearbeitung und Friedensförderung. Die Fachkräfte arbeiten auf lokaler Ebene und entwickeln gemeinsam mit den Partnerorganisationen Strategien zur Bearbeitung von Herausforderungen und Konflikten, basierend auf vertrauensvoller Zusammenarbeit. Die Umsetzung ist dabei so vielfältig wie die Herausforderungen / Konflikte. Nach ihrer Rückkehr bringen sie ihre Erfahrungen und Kontakte in deutsche Strukturen ein und stärken die Gesellschaft und Deutschlands internationale Beziehungen.
Quelle: bmz.de
Foto: Reem Alabali-Radovan. © BMZ







