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Diakonie Katastrophenhilfe stockt Erdbebenhilfe auf

Foto: Dagmar Pruin. © Stefanie Loos/Diakonie

Berlin. – Eine Woche nach den schweren Erdbeben in Venezuela suchen völlig erschöpfte Rettungskräfte weiter nach Verschütteten. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat vor Ort Soforthilfe mit drei Partnerorganisationen eingeleitet und mit der Verteilung von 1.000 Wasserfiltern begonnen. Die Erdbebenhilfe hat die Organisation auf 500.000 Euro aufgestockt.

„Die Lage vieler Menschen ist erschütternd, weil sie alles verloren haben oder Angehörige verletzt, tot oder weiterhin verschwunden sind. Viele Familien müssen in Stadien oder am Straßenrand unter freiem Himmel schlafen. In den ersten Tagen gab es mehr als 400 Nachbeben. Das versetzt die Menschen in Angst und verschlimmert ihren Zustand. Sie brauchen unsere Solidarität und konkrete Hilfe. Wir werden unsere Erdbebenhilfe für Venezuela deshalb auf 500.000 Euro aufstocken. Dafür bitten wir dringend um Spenden“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.

Ein Team der Diakonie Katastrophenhilfe hatte in den vergangenen Tagen in den stark betroffenen Bundesstaaten La Guaira, Yaracuy und Falcón Schäden erhoben. Besonders in ländlichen Gebieten kommt Hilfe nur schleppend an und viele Familien sind auf sich allein gestellt. „Die Widerstandsfähigkeit der Betroffenen, mit der Krise umzugehen, ist trotz des Ausmaßes beeindruckend. Auch wenn sie wissen, dass sie ihr materielles Hab und Gut verloren haben, klammern sich viele Menschen an ihren Glauben und erkennen, dass das Wichtigste ist, am Leben zu sein, um weiterzumachen“, berichtet Jonathan Schweiger vom Nothilfe-Team der Diakonie Katastrophenhilfe.

Medizinische Notversorgung

Zusammen mit den venezolanischen Partnerorganisationen AVESSOC, Acción Campesina und CONCENTROOCCIDENTE hat das evangelische Hilfswerk Soforthilfe gestartet, um unter anderem die medizinische Notversorgung wiederherzustellen und Medikamente zu verteilen. Traumatisierte Menschen erhalten zusätzlich psychosoziale Unterstützung. Rund 80 Familien, deren Zuhause im Bundesstaat Falcón durch die zwei Erdbeben zerstört oder unbewohnbar geworden sind, erhalten in den kommenden Tagen Zelte, Matratzen und Decken. „Durch Schäden an der Infrastruktur und vor dem Hintergrund eines überlasteten Gesundheitssystems ist es besonders wichtig, die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Deshalb haben wir mit der Verteilung von 1.000 Wasserfiltern an Familien begonnen“, ergänzt Schweiger.

Eine große Herausforderung wird in den kommenden Wochen sein, die kritische Infrastruktur wie Strom- und Wasserversorgung wiederherzustellen. Zudem müssen Familien, die obdachlos geworden sind, langfristig und kontinuierlich versorgt werden. „Für die Hilfe in den kommenden Monaten brauchen wir einen langen Atem. Die betroffenen Menschen sollen spüren, dass internationale Hilfe da ist und sie nicht allein gelassen werden. Ein großer Teil der Bevölkerung in Venezuela leidet seit Jahren unter Entbehrungen, die sich schlagartig durch die Erdbeben verschärft haben. Dieses Leid kann uns nicht gleichgültig sein“, sagt Dagmar Pruin. Deshalb werde die zunächst bereitgestellte Summe von 100.000 Euro auf nunmehr eine halbe Million Euro erhöht, um die Nothilfe auszuweiten.

Quelle: www.diakonie-katastrophenhilfe.de

Foto: Dagmar Pruin. © Stefanie Loos/Diakonie

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