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Hunger durch nachhaltiges Ernährungssystem bekämpfen

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Berlin. – Um den Hunger in der Welt einzudämmen, braucht es ein krisensicheres, nachhaltigeres und faires Ernährungssystem. Das ist die Botschaft des Jahresberichts des evangelischen Entwicklungswerks Brot für die Welt in Berlin.

„Geopolitische Krisen wie der Irankrieg und die Schließung der Straße von Hormus verstärken den Hunger in der Welt. Es droht die dritte Ernährungskrise innerhalb von sechs Jahren – und einmal mehr leiden besonders die Menschen im Globalen Süden!“, sagte Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt. Die Lösung: ein krisenfesteres, globales Ernährungssystem auf Basis von Agrarökologie mit vielfältigen Anbauprodukten und -formen statt großflächiger Monokulturen. Brot für die Welt appelliert an die Bundesregierung, Konzepte für krisensichere Ernährungssysteme konsequent in ihre entwicklungs- und agrarpolitische Agenda zu integrieren und sie entsprechend zu fördern.

Folgen des Irankriegs

Nach der Corona-Pandemie und den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine droht nun die nächste globale Ernährungskrise: Steigende Energiepreise in Folge des Irankriegs und der Blockade der Straße von Hormus, einem Nadelöhr für den Export von Stickstoffdünger, treiben Dünger- und Transportkosten in die Höhe. Die Folge: mittel- bis langfristig erhöht sich das Risiko von Ernährungsunsicherheit und Hunger.

Aktuellen Schätzungen des UN-Welternährungsprogramms zu Folge, könnten aufgrund der bisherigen und andauernden Blockade der Straße von Hormus rund 45 Millionen Menschen mehr von Hunger betroffen sein. Die Abhängigkeit von fossilen Energien, etwa zur Herstellung von chemischem Dünger, verschärft den Hunger und macht aus lokalen Konflikten globale Krisen. Kommt es zum Beispiel in der Golfregion zu Produktionsstörungen oder Lieferengpässen für Stickstoffdünger, hat das direkte Folgen für Ernten rund um den Globus.

Menschengemachte Krise

Vor allem Länder, die auf Reis als Hauptnahrungsmittel setzen, sind betroffen. Dazu zählen Bangladesch, Pakistan und ärmere Länder Südostasiens. „Das ist eine menschengemachte Krise, mit Ansage! Hunger ist kein Naturphänomen, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen und ungerechter Strukturen. Es gibt genügend Nahrungsmittel, um alle Menschen weltweit satt zu machen“, sagt Dagmar Pruin.

Laut Welternährungsorganisation leiden derzeit mehr als 645 Millionen Menschen chronisch an Hunger. Die Zahlen haben sich leicht verringert, bleiben aber auf hohem Niveau. Es bleibt die Befürchtung, dass die aktuelle Krise die Zahlen wieder steigen lässt. Um die Folgen von geopolitischen Unsicherheiten auf die Welternährung abzufedern, braucht es ein krisenfesteres globales Ernährungssystem.

Agrarökologie als Lösung

Zusammen mit Partnerorganisationen setzt Brot für die Welt dabei vor allem auf Agrarökologie. Es ist ein nachhaltiges und faires System, das von der Herstellung von Saatgut und Düngemitteln über die landwirtschaftliche Produktion bis zur Versorgung der Menschen reicht. „Agrarökologie ist kein Nischenprojekt, es ist der beste Weg in eine unabhängige Ernährungspolitik. Wir sehen in unseren weltweiten Projekten, dass agrarökologische Ansätze die Auswirkungen von Krisen und Konflikten mit globalen wirtschaftlichen Auswirkungen abmildern, die Menschen unabhängiger machen und Armut reduzieren. Agrarökologie fördert regionale Wertschöpfung und Biodiversität, damit ist sie zugleich aktiver Klimaschutz und stärkt die Machtlosen im Ernährungssystem“, sagt Pruin.

Deutschland unterstützt bisher agrarökologische Ansätze im Globalen Süden, doch im Koalitionsvertrag wird die explizite Förderung nicht mehr erwähnt. Die erneuten Kürzungen im Entwicklungsetat der Bundesregierung stehen dem Ziel, krisensichere Ernährungssysteme ausreichend zu fördern, ebenfalls diametral entgegen. „Wenn die Bundesregierung ernsthaft daran interessiert ist, gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft den Hunger bis zum Jahr 2030 zu beseitigen, muss sie das Thema oben auf die Agenda setzen und darf nicht kurzsichtig kürzen“, ergänzt Dagmar Pruin.

Jahresergebnis 2025

In Zeiten, in denen die deutsche und Regierungen weltweit an der Entwicklungszusammenarbeit sparen, halten die Spender und Spenderinnen nach wie vor fest zu Brot für die Welt. Dafür dankte Dagmar Pruin ausdrücklich: „Unsere Spenderinnen und Spender stehen auch in schwierigen Zeiten verlässlich an der Seite der Menschen, die unsere Unterstützung brauchen.“ Insgesamt spendeten die Menschen 2025 rund 72,6 Millionen Euro an Brot für die Welt (2024: 73,9 Mio. Euro), die für die Arbeit der Partnerorganisationen eingesetzt werden können. Das macht ein Fünftel der gesamten Einnahmen aus.

Das evangelische Entwicklungswerk unterstützte 2025 weltweit 3.001 Projekte in 77 Ländern. Rund 90 Prozent der Mittel flossen direkt in Projekte der Partnerorganisationen. Für Werbe- und Verwaltungsaufgaben wurden rund 10,2 Prozent eingesetzt. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bewertet den Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben als angemessen.

Quelle: brot-fuer-die-welt.de

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