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Streubomben: 87 Prozent der Opfer sind Zivilisten

Foto: A B-1B Lancer unleashes cluster munitions. The B-1B uses radar and inertial navigation equipment enabling aircrews to globally navigate, update mission profiles and target coordinates in-flight, and precision bomb without the need for ground-based navigation aids. By U.S. Air Force, Public domain, via Wikimedia Commons by epo.de

Berlin. – Im Jahr 2025 sind insgesamt 1.063 Menschen durch Streumunition getötet oder verletzt worden. 87 Prozent der Opfer waren Zivilistinnen und Zivilisten. Die höchste Zahl an Opfern verzeichnete die Ukraine. Die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International (HI), die den Streubomben-Monitor mit herausgibt, fordert mehr finanzielle Unterstützung für die Opfer, für Räumung und Gefahrenaufklärung.

Angriffe mit Streumunition wurden durch den Iran, Myanmar, Russland, Thailand und die Ukraine dokumentiert. Mindestens 927 Opfer wurden durch Streumunition allein in der Ukraine registriert. (902 infolge von Angriffen, 25 durch Munitionsrückstände) Das entspricht mehr als dem Vierfachen der 208 Opfer im Jahr 2024. Opfer durch Blindgänger gab es in neun Ländern; darunter in Syrien (68), der Ukraine (25), Laos (8) und Afghanistan (5). Mindestens 29 Staaten/Gebiete sind nach wie vor mit Blindgängern kontaminiert.

„Jahr für Jahr stellen Zivilistinnen und Zivilisten die überwältigende Mehrheit der Opfer dar“, erklärte Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland. „Opfer gibt es durch aktuelle Angriffe und durch Blindgänger vergangener Konflikte. Insbesondere Kinder werden oft beim Spielen von den kleinen, glänzenden Sprengkörpern getötet oder verletzt.“

Abnehmende Unterstützung

Menschen können durch Streumunition während eines Angriffs oder noch lange nach dem Ende von Kampfhandlungen zu Opfern werden, da viele Submunitionen beim Aufprall nicht detonieren und jahrzehntelang töten oder verstümmeln. Es gibt jedoch immer weniger Unterstützung für Streubomben-Opfer und für die Länder, die aus früheren Konflikten betroffen sind.

„Deutschland ist immer noch einer der wichtigsten Geldgeber für Räumung und Opferhilfe. Wenn diese Mittel im aktuellen Haushalt stark reduziert werden, ist das nicht nur ein negatives Vorbild für andere Geldgeber, sondern hat unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen“, so Fischer.

Insbesondere stehen die Länder, in denen Konflikte schon lange vorbei sind, aber immer noch Menschen durch Streubomben und Minen sterben, zunehmend hilflos vor dieser Herausforderung. „Das am schlimmsten verseuchte Land ist weiterhin Laos“, sagte Fischer.

Eine weitere Herausforderung stellt der Austritt Litauens aus dem Übereinkommen über Streumunition dar, der im März 2025 wirksam wurde. „Dies ist eine besorgniserregende Bedrohung für die internationalen humanitären Abrüstungsnormen“, so Fischer. „Wir erwarten von Deutschland und den anderen Staaten, die vom 14. bis 18. September zur 3. Überprüfungskonferenz des Verbotsabkommens in Laos zusammenkommen werden, dass sie ihre starke Verbundenheit mit dem Vertrag formulieren und jeglichen Einsatz von Streumunition durch jeden Staat verurteilen.“

Der Streubomben-Monitor wird von der Internationalen Koalition gegen Streumunition (CMC) herausgegeben. Handicap International ist Gründungsmitglied der CMC und Mitglied der Redaktion. Streumunition ist seit 2009 durch die sogenannte Oslo-Konvention verboten. 124 Staaten (Stand August 2026) haben sich dem Verbotsvertrag verpflichtet. Der neue Streubomben-Monitor 2026 umfasst den Berichtszeitraum 2025 und wird ergänzt durch Zahlen aus 2026, wenn verlässliche Daten vorliegen.

Quelle: handicap-international.de

Foto: A B-1B Lancer unleashes cluster munitions. By U.S. Air Force, Public domain, via Wikimedia Commons

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