
Während des Völkermords von 1994 verlor die im deutschen Asyl lebende Eug?nie Musayidire viele Familienmitglieder. 2001 besuchte sie erstmals wieder ihre Heimat, um den Mörder ihrer Mutter zu treffen. Zwei Jahre später entschloss sie sich, nach Ruanda zurückzukehren. Sie gründete den Verein „Hoffnung für Ruanda“ und das Jugendbegegnungs- und Therapiezentrum IZERE. Hier werden junge Menschen betreut, die wegen ihrer Erlebnisse während der Zeit des Völkermords schwer traumatisiert sind.
Der Evangelische Entwicklungsdienst vermittelte Eug?nie Musayidire als Fachkraft nach Ruanda und unterstützte sie so beim Aufbau von IZERE. Das Bonner Hilfswerk begleitete die Ruanderin auch durch fachliche Beratung.
Die internationale Jury urteilt über die Arbeit der Preisträgerin: „Eug?nie Musayidire setzt sich mit bewundernswertem Mut und ungeachtet aller persönlichen Risiken für die Anerkennung der Menschenrechte und für die Versöhnung zwischen den beiden verfeindeten Volksstämmen der Hutu und Tutsi ein.“ Das Wirken von Eug?nie Musayidire „verkörpert in vorbildlicher Weise den Gedanken universeller Menschenrechte und der Versöhnung nach einem seit 1945 beispiellosen Verbrechen“.
Die Stadt Nürnberg hat die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung 1995 ins Leben gerufen. Der Preis wird im zweijährigen Turnus verliehen. Er wurde zum siebten Mal vergeben und am Sonntag an die Preisträgerin überreicht.




