
„Die Logik der Supermarktketten im Lebensmittelhandel folgt der Maxime: ‚Modernisiere oder weiche!‘ – ‚Get modern or get out'“, kritisierte Rudolf Buntzel, Beauftragter für Welternährungsfragen des EED. Kleinbauern müssten entweder die Produktions-, Preis- und Liefervorgaben der Supermärkte akzeptieren oder sie fielen aus dem regulären Markt heraus. „Nur ein Bruchteil der Kleinbauern ist dem gewachsen. Die meisten haben keine Überlebenschance innerhalb des Supermarktsystems“, so Buntzel.
Es sei fraglich, ob es der Armutsbekämpfung diene, mit knappen Mitteln und viel Aufwand einige wenige Kleinbauern in Entwicklungsprojekten für die Einhaltung von Supermarktstandards fit zu machen, sagte Buntzel. Die Mehrheit der weltweit 388 Millionen Kleinbauern würde nicht in Supermarktsysteme integriert werden können.

„Arme Länder müssen die Möglichkeit haben, den Markteintritt und die Ausbreitung der Supermarktketten im eigenen Land zu regulieren. Sonst werden die kleinen Händler und die Zulieferer ausgebootet“, erklärte Marita Wiggerthale, Handelsreferentin bei Oxfam Deutschland. Auch gebe es bisher in vielen Ländern keine Gesetzgebung, die Konsumenten, Arbeiter/-innen und Produzenten vor den negativen Auswirkungen der Verhandlungsmacht von Supermarktketten schütze.
Die neue Studie „Supermärkte auf dem Vormarsch im Süden – Bedrohung für Kleinbauern?“ (Hrsg.: EED und Forum Umwelt & Entwicklung) kann heruntergeladen werden unter: www.forum-ue.de




